Friedhöfe: Heißwasser-Unkrautvernichter muss nach Unfall lange repariert werden

Friedhöfe in Grevenbroich: „Fahrender Eierkocher“ wird aufwendig repariert

Einer der beiden Heißwasser-Unkrautvernichter ist bei einem Unfall umgekippt. Die Instandsetzung kann zehn Wochen dauern.

Die städtischen Grünanlagen können derzeit nicht so intensiv gepflegt werden, wie es sich die Stadtverwaltung wünschen würde. Der Grund: Eines der beiden Heißwasser-Fahrzeuge, die für die Unkrautvernichtung angeschafft wurde, ist durch einen Unfall beschädigt worden.

„Dieses Gerät muss in einem erheblichen Umfang repariert werden“, informierte der Beigeordnete Florian Herpel jetzt im Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss. Da das Fahrzeug von „komplexer Technik“ sei, dauere die Reparatur entsprechend lange. Zurzeit sei  nicht bekannt, wann der Wagen  in den Grünanlagen wieder eingesetzt werden kann.

Um umweltfreundlich gegen Unkraut vorzugehen, hat die Stadt zwei Heißwasser-Fahrzeuge angeschafft. Die im Verwaltungsjargon auch scherzhaft „Fahrende Eierkocher“ oder „Senseos“ genannten Maschinen kosteten jeweils rund 240.000 Euro. Die Geräte bekämpfen wuchernde Pflanzen mit 98 Grad heißem Wasser, das in einem 800-Liter-Tank im Heck des Fahrzeugs mit Hilfe von Diesel-Kraftstoff erhitzt wird. Das Wasser zerstört die Zellstruktur des Unkrauts – oberirdische Teile sterben ab, und mit jeder Behandlung werden auch die Wurzeln weiter geschwächt.

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Eines der Fahrzeuge wurde für die städtischen Grünanlagen – vornehmlich für die Friedhöfe angeschafft –, das andere für die Sportstätten. Ersteres kippte um, nachdem es auf ein Bankett kam und „auf Grund des deutlichen höheren Schwerpunktes der technischen Aufbauten aus dem Gleichgewicht geriet“, sagte Stadtsprecher Stephan Renner auf Anfrage. Der Schaden wird aktuell von einem Gutachter geprüft, um die Versicherungssumme bestimmen zu können. „Die Reparatur selber wird dann noch mindestens acht bis zehn Wochen dauern“, so Renner.

Das Thema Grünpflege hatte zuvor Carl Windler, Chef der UWG-Fraktion, im Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss angesprochen. Er kritisierte, dass die Pflege der städtischen Friedhöfe deutlich zu wünschen übrig ließe. Diesen Eindruck konnte Kämmerin Monika Stirken-Hohmann nicht teilen, sie wehrte sich in einer „persönlichen Bemerkung“ gegen ein solch pauschales Urteil. Stirken-Hohmann habe am vergangenen Wochenende noch die Friedhöfe in Wevelinghoven und Hemmerden besucht und beide in einem einwandfreien Zustand vorgefunden. Von einer desolaten Situation  könne dort keine Rede sein.

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