Grevenbroich: Freizeitpark in Neurath geplant

Grevenbroich : Freizeitpark in Neurath geplant

Aus dem Neurather Wellenbad-Gelände soll ein Erlebnispark für Eltern und Kinder werden. Investor Thomas Glisin plant einen großen Outdoor-Spielplatz. Er hofft auf eine positive Entscheidung des Stadtrats.

Thomas Glisin weiß offenbar, was Kinder wollen. Sein Indoor-Spielplatz "Bobbolino" in Düsseldorf-Rath zählt nach eigenen Angaben bundesweit immerhin zu den erfolgreichsten seiner Art — rund 120 000 Besucher kommen jährlich zum Spielen in die Halle. Nun zieht es Glisin nach draußen. Er hat bei der Stadtverwaltung ein Konzept für das Wellenfreibad-Gelände in Neurath eingereicht. Dort plant er einen Freizeit- und Erlebnispark für Kinder und Erwachsene. Gibt der Stadtrat grünes Licht für dieses Projekt, könnte der erste Abschnitt des Parks bereits im nächsten Frühjahr an den Start gehen.

"Wir wollen kein zweites Phantasialand bauen", sagt Thomas Glisin. Vielmehr denkt er an eine Freizeit-attraktion nach dem Vorbild des Ketteler Hofs in Haltern am See — mit Kletterpark, großen Rutschen, Sprungkissen, Schaukeln, Wasserspielen und Seilbahn. Das ehemalige Bad-Areal eigne sich von der Größe und Lage her ideal für ein solches Projekt: "Wenn, dann möchten wir das 50 000 Quadratmeter große Gelände komplett von der Stadt pachten", erklärt Glisin.

Das Vorhaben ist mit einer Investition von etwa 1,5 Millionen Euro verbunden, in einem ersten Schritt sollen 25 000 bis 30 000 Quadratmeter der Brache in eine Spiellandschaft verwandelt werden. "Kommt das Angebot beim Publikum an, werden wir das Gelände erweitern", erläutert Thomas Glisin sein Vorhaben. Er überlegt, auch die alten Schwimmbecken des Freibades in das Konzept zu integrieren: "Dort können Flöße oder Power-Paddler eingesetzt werden", sagt Glisin. Die Kinder würden mit Schwimmwesten ausgerüstet und könnten sich dann im seichten Wasser gehörig austoben.

Vorausgesetzt, die Stadt verpachtet das Gelände, soll der Park künftig während der Saison öffnen — die beginnt vor den Oster- und endet nach den Herbstferien. Die Eintrittspreise sollen sich in einem "zivilen Rahmen" halten. Glisin denkt "an sechs bis acht Euro". Eine Gastronomie gehört zwar auch zum Konzept — doch: "Wer will, kann natürlich seine Verpflegung im Rucksack mitbringen. Außerdem sollen Grillstellen auf dem Gelände eingerichtet werden."

Sein Projekt hat Thomas Glisin den Mitgliedern des Grevenbroicher Ältestenrates vorgestellt — doch weder die noch Bürgermeisterin Ursula Kwasny äußern sich zurzeit über das Vorhaben. In einem Antrag für die nächste Ratssitzung fordert die CDU-Fraktion zumindest die Stadt auf, sich — auch — um eine "professionelle und offensive Vermarktung" des Geländes zu kümmern. Und sie beklagt eines: Die Fußballgolf-Anlage, die ein Investor in Neurath plante, ist mittlerweile in Bergheim realisiert worden: "Das Konzept gilt dort als bürgerfreundliches Erfolgsmodell."

(NGZ/rl)