Grevenbroich: Freiwillig in der Schule

Grevenbroich : Freiwillig in der Schule

Auch nach ihrem Abitur wollte Rebecca Claßen zur Schule gehen. Das Pascal-Gymnasium bot ihr eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Ab August können sich Jugendliche für ein ökologisches Jahr (FÖJ) bewerben.

Rebecca Claßen (20) besucht das Pascal-Gymnasium – nicht als Gast oder Schülerin, ihr Abiturzeugnis hat die 20-Jährige bereits erhalten. Im Rahmen eines "Freiwilligen Sozialen Jahres" (FSJ) kann die Mönchengladbacherin den Unterricht aus einer neuen Perspektive erleben. Bereits vor ihrem eigenen Schulabschluss hat Claßen die Weichen für den weiteren Schulbesuch gestellt: "Ich wollte vor meinem Studium den Alltag an einer Schule kennenlernen", sagt die zierliche Frau mit den braunen Locken. Denn ihr Berufswunsch steht fest: Sie will Lehrerin werden. Doch zurzeit, am Pascal-Gymnasium, ist Rebecca Claßen noch ein wenig Schülerin.

Schule einmal anders erleben

Das Pascal-Gymnasium ist mit seinem Angebot bisher eine Ausnahme in NRW. Die Schule am Schwarzen Weg ist Dienststelle für alle Jugendlichen, die einen Freiwilligendienst ableisten wollen. Entweder ein Freiwilliges soziales Jahr wie Rebecca Claßen oder auch ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ). Ab August werden erstmals zwei Plätze für ein FÖJ angeboten. "Bereits im Schuljahr 2010/11 haben wir in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund (IB) eine FSJ-Stelle eingerichtet", sagt Simone Lüderitz (44). Finanziert wird diese über den Verein "PasKomm". Dieser Trägerverein kümmert sich um soziale und kulturelle Aktivitäten an der Schule. "Wir wollen damit ein weiteres Angebot für junge Menschen schaffen", sagt Direktor Manfred Schauf (56).

Einsatzmöglichkeiten für FSJ-ler wie Rebecca Claßen gibt es zahlreiche: Sie hilft in der Cafeteria, führt die Aufsicht im Selbstlernzentrum oder betreut Fünftklässler bei den Hausaufgaben. "Für viele Tätigkeiten bin ich fest eingeteilt, manches ergibt sich auch erst am Tag selbst", erzählt die junge Frau. So etwa die Unterstützung für eine Asylbewerberin aus Afghanistan – "Dank Rebecca kann sie den Schulstunden besser folgen", nennt Lehrer Tobias Bock (33) ein Beispiel.

Ihre Rolle zwischen Klassenraum und Lehrerzimmer hat Rebecca Claßen erst finden müssen: "Man muss sich schon eingewöhnen." Manfred Schauf bescheinigt ihr: "Sie hat ihren Platz hier gefunden."

Nach den Sommerferien peilt Rebecca Claßen ihr nächstes Ziel an: Sie will auf Lehramt für Förderschulen mit dem Schwerpunkt "Hören und Kommunikation" studieren. Erfahrung mit Jüngeren hat sie bereits in der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Wickrath-Berg gesammelt. Das FSJ habe ihren Berufswunsch verstärkt: "Ich will Lehrerin werden – immer noch." Doch bis Juli geht Rebecca noch zum Pascal.

(NGZ)
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