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Freidemokraten wollen einen „Chief Digital Officer“ im Rathaus in Grevenbroich

Stadtverwaltung in Grevenbroich : Freidemokraten wollen einen „Chief Digital Officer“ im Rathaus

Die FDP fordert den Aufbau einer Digitalisierungs-Strategie im Grevenbroicher Rathaus. Zwar haben die Freidemokraten in dieser Sache bereits mehrere Anträge gestellt – doch bislang ohne Erfolg. Das Thema wird daher beim Stadtparteitag der Liberalen am kommenden Mittwoch einen breiten Raum einnehmen.

Die Ziele einer Digitalisierungs-Strategie hat Partei- und Fraktionschef Markus Schumacher klar umrissen: „Sie soll die Bedeutung der Stadt mehren, die Lebensqualität der Bürger verbessern und langfristig die Entwicklungschancen in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Handel, Energie und Umwelt sowie Mobilität und Infrastruktur sichern – vor allem mit Blick auf den anstehenden Strukturwandel.“ Außerdem müsse mittelfristig auch die Frage beantwortet werden, wie Personalkosten durch das Einführen von E-Government-Prozessen reduziert werden können. Zunächst einmal wollen die Freidemokraten aber eine zusätzliche Management-Position im Rathaus schaffen. Nämlich die eines „Chief Digital Officers“ (CDO), die direkt dem Bürgermeister unterstellt werden und sich mit der Entwicklung einer Digitalisierungs-Strategie beschäftigen soll. „Die Rolle eines CDO ist in der Wirtschaft bereits angekommen“, sagt Markus Schumacher. „Aber auch diesbezügliche Personalentscheidungen in Kommunen wie Bergheim, Moers oder Düsseldorf zeigen, dass die Digitalisierung als strategisch wichtiges Thema erkannt wurde.“

Über seine Arbeit soll der  „Chief Digital Officer“   künftig einem „Ausschuss für Digitalisierung“ berichten, dessen Gründung die FDP spätestens mit Beginn der nächsten Wahlperiode des Rates fordert. „Die politische Kontrolle der Digitalisierung der Stadtverwaltung im nichtöffentlich tagenden Personalausschuss hat sich aus unserer Sicht nicht bewährt“, sagt Schumacher. Ein eigener und öffentlich tagender „Ausschuss für Digitalisierung“ biete die Chance, „das Thema kontinuierlich in der Öffentlichkeit zu begleiten und Fortschritte schneller herbeizuführen“.

Der Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss hatte sich bereits in einer Sondersitzung mit dem digitalen Rathaus beschäftigt. Nach Meinung von Bürgermeister Klaus Krützen ist in dieser Sache schon einiges in Grevenbroich bewegt worden. Beispielhaft nennt er den Mängelmelder, die Online-Kurse der Volkshochschule, den Kita-Navigator und das Geo-Portal.

Das Angebot soll erweitert werden. Geplant ist unter anderem ein Chatbot, ein digitaler Rathaus-Assistent, der Bürger-Fragen rund um die Uhr beantwortet – ähnlich wie Alexa oder Siri.