Grevenbroich: Fraktionen für härtere Gangart im Bahnhofsviertel

Grevenbroich: Fraktionen für härtere Gangart im Bahnhofsviertel

Mit einer härteren Gangart will Klaus Krützen den Problemen im Bahnhofsviertel begegnen. Dabei kann der Bürgermeister auf die Unterstützung der meisten Ratsfraktionen vertrauen. Sie begrüßen das jetzt vorgestellte restriktive Handlungskonzept.

"Das ist ein klarer Plan, der realistische Möglichkeiten aufzeigt, um die Situation in diesem Quartier in den Griff zu bekommen", sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Daniel Rinkert. Er erwarte alleine von der personellen Verstärkung des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (OSD) eine deutliche Verbesserung. Dass Krützen ausloten möchte, ob eine Stadt wie Grevenbroich bis zu 500 Methadon-Patienten vertragen kann, hält Rinkert für wichtig und richtig. "Vermutlich ist ein Teil dieser Menschen verantwortlich für die Probleme im Bahnhofsviertel."

Auch Wolfgang Kaiser begrüßt den Vorstoß des Bürgermeisters. "Es ist gut, dass die Sache jetzt endlich angepackt wird - es wurde Zeit", meint der CDU-Fraktionschef. Ob sich die Stadt aber - wie geplant - den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes leisten könne, stellt er in Frage. "Ein personell verstärkter OSD, der mit Kräften der Polizei vorgeht, würde sicherlich ausreichen", sagt Kaiser. Was ihm in Konzept fehle, sei der Einsatz eines Streetworkers im Bahnhofsviertel.

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Das sieht auch Martina Suermann ("Mein Grevenbroich") so. In dem Quartier werde ein Sozialarbeiter gebraucht, der die Szene-Brennpunkte aufsuchen und dort mit Suchtkranken und der Bevölkerung ins Gespräch kommen soll. "In Neuss wurden damit bereits gute Erfahrungen gemacht - warum sollte das nicht auch in Grevenbroich funktionieren", fragt Suermann. Grundsätzlich begrüße ihre Fraktion "die längst überfällige" Initiative - "wir stehen an der Seite des Bürgermeisters und werden ihn unterstützen". Nicht zuletzt auch deswegen, weil Krützen mit dem Handlungskonzept etliche Forderungen erfülle, die in den vergangenen Jahren von der Politik gestellt wurden.

Bei der UWG/ABG-Fraktionsgemeinschaft herrscht noch Skepsis vor - insbesondere was das Hausrecht für den Bahnhof betrifft, das Klaus Krützen auf die Stadt übertragen möchte. "Aus rechtlicher Sicht ist das etwas dubios", meint Vorsitzender Carl Windler. "Ich weiß nicht, ob das blinder Aktionismus ist, um Bürger und Politiker zu beschwichtigen. Ob ein Erfolg dabei herauskommen wird, ist fraglich."

(wilp)