Grevenbroich: Fotografien vom Land aus Feuer und Eis

Grevenbroich: Fotografien vom Land aus Feuer und Eis

Der isländische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness (1902- 1998) hat unter anderem das Buch "Auf der Hauswiese" geschrieben. "Auf der Hauswiese daheim" heißt die Ausstellung bei Roland Brozio mit Island-Fotos von Gudrun Lintz und Uwe Dressler - sie wird am Sonntag um 12 Uhr eröffnet und ist Teil des Island-Projekts mit fünf Ausstellungen an fünf Orten.

Island ist ein aktueller Sehnsuchtsort. Die Ausstellungen haben auch das Ziel, Island so zu zeigen wie es ist und nicht altbekannte Klischees zu bedienen. Die Düsseldorfer Fotografin Gundrun Lintz zeigt ab Sonntag sechs Fotos beziehungsweise großformatige Dias, die zwischen 2011 und 2016 entstanden sind. Sie geben Rätsel auf: Was ist das? Wie groß ist das Gezeigte? Da gibt es wenig, an dem sich das Auge des Betrachters "entlanghangeln" und Dimensionen abschätzen kann. Landschaft, aber auch Architektur haben die 74 Jahre alte Fotografin gereizt. An dem Motiv "Konzerthaus" etwa waren es die Strukturen, die Gudrun Lintz begeistert haben. Der Betrachter kann kein bestimmtes Gebäude erkennen, er sieht viel Glas und dazu ein bisschen Himmel. Feuer und Eis an einem grauen Tag im Norden von Island lassen den Betrachter frösteln.

Die Fotos verlangen nach kurzen Erklärungen. Das "Haus mit Wiese" wird zu etwas ganz Besonderem, wenn man weiß, dass heißes Wasser in diesem kalt wirkenden Land die Wiese so sehr erwärmt, dass Barfußgehen gerade so eben möglich ist. "Die Isländer sind sehr freundlich", hat Gudrun Lintz erfahren. Trotzdem tauchen auf ihren Fotos keine Menschen auf - und bei Uwe Dressler ebenfalls nicht, der wie Lintz Mitglied der Produzentengalerie Judith Dielämmer ist. Der Neusser präsentiert Schwarzweißfotos, die zum Teil stark bearbeitet wurden und zum Teil von einem Kleinflugzeug aus gemacht wurden.

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Erstaunlich: Alle Fotografien waren ursprünglich Farbaufnahmen. "Kontraste, Strukturen, Licht und Schatten haben mich aber vor allem gereizt, so dass ich die Farbe wegnahm", erklärt Dressler. Mitunter hat er die Kontraste über ein Bildbearbeitungsprogramm extrem verstärkt und das Motiv dadurch verfremdet. Vor allem ein großformatiges Foto wirkt wie eine Aufnahme, die vom Weltraum aus aufgenommen wurde. Die anderen Fotos zeigen das Spitze, Abweisende, das aber auch einen unbeschreiblichen Reiz beinhaltet, aber auch die Folgen der Erosion.

Die Ausstellung an der Bergheimer Straße 15 ist noch bis zum 27. Mai geöffnet, zum Rahmenprogramm gehören zwei Lesungen am 20. April und am 18. Mai.

(NGZ)