Grevenbroich: Förderverein entsetzt über Zivi-Ersatzpläne

Grevenbroich : Förderverein entsetzt über Zivi-Ersatzpläne

Paul Freitag und Klaudia Haufs, Vorsitzender und Stellvertreterin des Fördervereins "Grünes Klassenzimmer", haben Angst um die Zukunft des Schneckenhauses. Die Grevenbroicher Verwaltung hatte vorgeschlagen, die ab dem 1. Juli fehlenden Zivildienststellen im Schneckenhaus durch Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen, durch schwer vermittelbare Jugendlichen als Praktikanten oder durch eine höhere Arbeitszeit der Angestellten zu kompensieren.

"Im Schneckenhaus arbeiten sechs und nicht nur zwei Zivildienstleistende", sagt Klaudia Haufs (50). Diese seien auch für andere Bereiche der Verwaltung, etwa die Entsorgung von Kadavern oder das Abtragen von wilden Müllkippen, verantwortlich. "Im Schneckenhaus arbeitet nur ein Vollzeitangestellter. Wie stellt man sich eine Arbeitszeiterhöhung vor: Soll er Tag und Nacht abreiten?", fragt Haufs besorgt.

Der Vorschlag des Fördervereins: "Die sechs Zivildienststellen kosten die Stadt 30 000 Euro. Für dieses Geld soll man neue Mitarbeiter einstellen." Nur dann sei auch gewährleistet, dass der NRW-weit gute Ruf von Schneckenhaus und Wildtierauffangstation erhalten bleibe.

Mit schwer vermittelbaren Jugendlichen seien die Personalprobleme nicht zu lösen: "Bisher funktionierte das nur, weil sie in ein funktionierendes Team integriert werden konnten", so die Ehrenamtler. Man könne nicht die Verantwortung für hilflose Lebewesen auf Jugendliche übertragen, die selbst Schwierigkeiten hätten. "Wir sind besorgt, dass von den politischen Gremien aufgrund der falschen Vorgaben nun noch katastrophalere Entscheidungen getroffen werden, die für Schneckenhaus und auch den Förderverein das ,Aus' bedeuten."

(NGZ)
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