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Grevenbroich: Förder-Kinder bleiben an Gesamtschule

Grevenbroich : Förder-Kinder bleiben an Gesamtschule

Die Bezirksregierung hat fünf förderungsbedürftige Kinder endgültig an der Gesamtschule II aufgenommen. Sie waren wegen schwebender Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf zunächst nur vorläufig zugewiesen worden.

Fünf Schüler mit Förderbedarf haben seit gestern Gewissheit: Sie sind nicht nur vorläufig, sondern endgültig an ihrer Wunschschule, der Gesamtschule II, aufgenommen worden. Dies hat die Bezirksregierung Düsseldorf jetzt per Widerspruchsbescheid mitgeteilt. Damit haben sich, wie der Kläger-Vertreter, Anwalt Michael Zimmermann, gegenüber unserer Zeitung erläutert, "alle weiteren Klageverfahren, die noch vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf laufen, erledigt".

Aus den jetzigen Verfahren lassen sich laut Zimmermann aber "keine allgemeinen Folgerungen für künftige Anmeldungen von förderungsbedürftigen Schülern ableiten". In Zukunft werden Eltern unter allen Schulen, die eine Sekundarstufe I bieten, wählen können. Für die Primarstufe (Grundschule) gilt dies bereits.

Fünf Grevenbroicher Eltern hatten den Klageweg beschritten: Sie wehrten sich zum einen gegen die Schulzuweisung durch den Rhein-Kreis Neuss: Er hatte ihre Kinder mit Förderbedarf an die beiden Grevenbroicher Gymnasien geschickt, die Eltern bevorzugten aber die Gesamtschule. Sie fürchteten, dass das Gymnasium nicht die geeignete Schulform für ihre Kinder darstellen würde und forderten das Recht der freien Schulwahl. Zum anderen wehrten sich die Mütter und Väter dagegen, dass ihre Kinder an der Gesamtschule II abgelehnt wurden.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte im Juli diesen Jahres entschieden, dass die Zuweisungen an die beiden Gymnasien fehlerhaft gewesen seien. Ebenso bemängelte es die folgenden Ablehnungen durch den Schulträger für die Gesamtschule II. Damals erging die einstweilige Anordnung, dass die Kinder vorläufig an der Gesamtschule II aufzunehmen seien — bis zur endgültigen Entscheidung.

Vater Konstantin Düllberg hatte sich damals gegenüber der NGZ "überglücklich" geäußert, auch Mutter Daniela Rindl hatte sich über diese Entscheidung "erleichtert" gezeigt. Diese vorläufige Entscheidung hatte auch eine Konsequenz für die Zügigkeit der Gesamtschule II: Sie musste mit 213 Jungen und Mädchen als größte neue Gesamtschule in NRW starten. Zunächst war dort lediglich eine Klasse mit einer integrativen Lerngruppe gebildet worden. Durch die vorläufige Anordnung des Verwaltungsgerichts, fünf weitere Fünftklässler mit Förderbedarf aufzunehmen, musste eine zusätzliche zweite Klasse mit einer integrativen Lerngruppe eingerichtet werden.

Eine aktuelle Stellungnahme der Bezirksregierung Düsseldorf war gestern Nachmittag nicht mehr zu erhalten. Eine Sprecherin der Bezirksregierung hatte zum Richterspruch im Juli erklärt: Eltern von Kindern mit Förderbedarf könnten entscheiden, ob ihr Kind eine Förder- oder eine Regelschule besuche: "Zudem ist Inklusion die Aufgabe aller Schulen, und eine einzelne Schulform kann nicht bevorzugt oder ausgenommen werden." Alle Schulen würden sich intensiv auf den gemeinsamen Unterricht vorbereiten, so dass auch — egal an welcher Schulform — eine sonderpädagogische Betreuung der Kinder mit Förderbedarf sichergestellt werden könne.

(NGZ)