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Grevenbroich: Finanzamt prüft den Schlossbad-Neubau

Grevenbroich : Finanzamt prüft den Schlossbad-Neubau

Seit gut einem Jahr ist der geplante Schlossbad-Neubau aus den Schlagzeilen geraten. Die Stadt und der Versorger GWG warten weiterhin auf eine Genehmigung des Finanzamtes. Mit einer positiven Nachricht wird im Sommer gerechnet.

Eigentlich könnte das Schlossbad schon jetzt abgerissen und unter Leitung des Gas- und Wasserwerks neu gebaut werden. Denn die Genehmigung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke liegt längst vor. Allerdings lediglich für eine abgespeckte Variante, nur mit Hallenbad und Vierjahreszeiten-Becken. Doch der künftige Betreiber will mehr, nämlich zusätzlich eine Außenanlage mitsamt Freibad und Sprungturm. Die Aussichten darauf stehen nicht schlecht, signalisierten gestern die Fraktionsvorsitzenden Norbert Gand (CDU) und Horst Gerbrand (SPD) gegenüber der NGZ. Es müsse aber noch eine wichtige Hürde genommen werden.

Seine Genehmigung für ein größeres Schlossbad macht der Landrat abhängig vom Nachweis des sogenannten steuerlichen Querverbundes. Das heißt: Weil das Bad auch künftig ein Minusgeschäft ist, kann das Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) die Verluste des Bades mit den eigenen Gewinnen verrechnen und so Abgaben sparen.

"Das Finanzamt prüft bereits seit längerer Zeit, ob die Voraussetzungen für diesen Querverbund gegeben sind", sagt Gand. In einem Teilbereich sei dies bereits positiv von der Behörde beantwortet worden. Die endgültige Entscheidung soll im Laufe des Jahres getroffen werden, "möglicherweise im Sommer", betont Norbert Gand, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Gas- und Wasserwerks ist.

Wird der Steuerliche Querverbund anerkannt, könne GWG mit Rückerstattungen von jährlich mehr als 300 000 Euro rechnen. "In zehn Jahren würde das drei Millionen Euro ausmachen, in einem Abschreibungszeitraum von 50 Jahren sogar 15 Millionen. Diese Steuerersparnis käme letztendlich dem Bad zugute", meint Gand.

Die wichtigsten Voraussetzungen für den Neubau seien getroffen worden, meint Horst Gerbrand: "Jetzt sind wir hauptsächlich von den Entscheidungen des Finanzamtes abhängig." Der SPD-Fraktionschef erhofft sich nun eine möglich rasche Entwicklung, damit weitere Schritte eingeleitet werden können. So gelte es unter anderem noch eine "Betreiber-GmbH" zu gründen und personell zu besetzen. "Wir haben schon eine Menge Zeit verloren, es wäre schön, wenn unsere Pläne nun zügig umgesetzt und realisiert werden können", meint Gerbrand.

Das Schlossbad wird von der Stadt jährlich mit rund 1,2 Millionen Euro bezuschusst. Dieser Betrag, da sind sich die beiden Fraktionsvorsitzenden einig, werde künftig um etwa 25 Prozent verringert. "Unter anderem auch, weil das Bad unter Energiespar-Aspekten gebaut wird", meint Norbert Gand. Für Horst Gerbrand wichtig: "Damit macht das Projekt nicht nur aus jugend- und sportpolitischer Sicht einen Sinn, sondern auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen."

Gegenüber der NGZ betonten die Vorsitzenden, dass die beiden großen Fraktionen im Grevenbroicher Stadtrat den Neubau des voraussichtlich etwa 8,6 Millionen Euro teuren Schlossbades im Schulterschluss forcieren werden. "Ein familienfreundliches Bad im Stadtzentrum ist eine gute Sache, da bleiben wir gemeinsam am Ball."

Wann der Abrissbagger im Schatten des Alten Schlosses anrücken wird, steht allerdings nicht fest. Auf einen Termin wollen sich beide Fraktionen nicht festlegen.

(NGZ/rl)