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Grevenbroich: Finanzamt lässt Bürger lange auf Steuerbescheid warten

Grevenbroich : Finanzamt lässt Bürger lange auf Steuerbescheid warten

Doris Dohmen ist sauer, Am 20. März hatte die 43-Jährige ihre Einkommensteuererklärung beim Finanzamt in Grevenbroich abgegeben – fristgerecht. Auf den Steuerbescheid wartet sie immer noch, und wann der eintrifft, ist unklar.

Doris Dohmen ist sauer, Am 20. März hatte die 43-Jährige ihre Einkommensteuererklärung beim Finanzamt in Grevenbroich abgegeben — fristgerecht. Auf den Steuerbescheid wartet sie immer noch, und wann der eintrifft, ist unklar.

Nach einer Anfrage bei ihrer Sachbearbeiterin nach vier Wochen verschlug es der kaufmännischen Angestellten die Sprache: "Mir wurde mitgeteilt, dass sich die Bearbeitung meiner Unterlagen noch bis zu sechs Monate lang hinziehen könne", sagt die erboste Kapellenerin. Und sie meint: "Bei Rückzahlungen hat man den Brief nach nur wenigen Wochen im Briefkasten. Bei Nichtbeachtung wird mit Strafe gedroht. Aber auf mein Geld muss ich monatelang warten — das ist ein Unding", erklärt Dohmen.

Einen Monat, nachdem sie ihre Erklärung abgegeben hatte, unterhielt sich die Kapellenerin mit Kolleginnen. Die hatten ihren Steuerbescheid bereits erhalten. Doris Dohmen hakte beim Finanzamt weiter nach — ihr sei mitgeteilt worden, dass die Bearbeitungszeit mit einer Systemumstellung zu tun habe. "Das verstehe ich nicht. Die Ämter in Düsseldorf und Krefeld, wo meine Kolleginnen, herkommen, haben doch das gleiche Problem", betont Doris Dohmen.

Das Finanzamt in Grevenbroich begründet die lange Bearbeitungszeit mit internen Kontrollen. "Die Bearbeitung einer Einkommenssteuererklärung kann zwischen fünf Wochen und sechs Monaten dauern. Das kann an stichprobenartigen Kontrollen liegen", sagt Bärbel Dahmen, stellvertretende Leiterin des Finanzamts. Sie betont, dass sich die Sachbearbeiter um schnelle Bearbeitung bemühen würden. "Wir wollen auch, dass die Bescheide schnell bei den Steuerzahlern ankommen. Sechs Monate Wartezeit kommen auch nur in Einzelfällen vor", so die Finanzbeamtin.

Doris Dohmen fühlt sich vom Finanzamt trotzdem schlecht behandelt. "Die Sachbearbeiterin sagte mir, dass manche Bescheide schon rund sieben Wochen in der Annahme liegen bleiben. Wie kann so etwas sein?, fragt sie. Bärbel Dahmen erklärt dagegen: "Alle Eingänge erhalten einen Stempel und gehen sofort zu den Sachbearbeitern. Dass Steuererklärungen irgendwo gelagert werden, gibt es nicht. Es wird auch niemand bevorzugt."

(NGZ/ac)