Filmproduktion in Grevenbroich: Elisabeth-Krankenhaus dient als Kulisse

Filmproduktion in Grevenbroich : Das Elisabeth-Krankenhaus wird zum Star

Die Grevenboicher Klinik war Kulisse für vier Fernseh- und Kinoproduktionen seit Sommer. Es bietet Requisiten und Fachwissen.

„Tupfer, Klemme, Schere…“ Das Team am OP-Tisch arbeitet voll konzentriert. So ein Kaiserschnitt ist zwar ein häufiger Eingriff – aber niemals Routine. Der Monitor zur Kontrolle von Herzschlag und Atemfrequenz piept regelmäßig. Es dauert einen Augenblick, dann hält eine OP-Schwester das Neugeborene in den Händen. Blutig ist der kleine, täuschend echt aussehende Körper. Den vielfach nacherzählten Klaps auf den Po für den ersten Schrei gibt es längst nicht mehr – die Puppe wird wie ein „echtes Baby“ der Mutter für die ersten Atemzüge auf den Bauch gelegt. Dann kommt der erste Schrei – vom Band. Denn diese Kaiserschnitt-OP ist eine Szene für einen Spielfilm. Alle Beteiligten in grünen Kitteln samt der werdenden Mutter sind Schauspieler. Echt ist hier nur eins: das Elisabeth-Krankenhaus in Grevenbroich.

Das Hospital hat sich in den vergangenen Monaten zu einem stillen Star der nordrhein-westfälischen Filmszene entwickelt. Der aktuelle Spielfilmdreh war der vierte seit dem Sommer. „In unserem Wirtschaftshof und in der Station U-A haben wir viel Platz für Dreharbeiten“, erläutert Carolin Eckel, Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation des Rheinland-Klinikums. Da diese Station nicht Teil des normalen Krankenhausbetriebes ist, liegen dort keine Patienten, die von den immerhin drei Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filmcrew gestört werden könnten. Das Team ist ganz für sich, aber dennoch in einer absolut authentischen Krankenhaus-Umgebung. Diese Vorteile hat vor einiger Zeit ein Location-Scout entdeckt. Seither geben sich die Filmteams gewissermaßen die Kliniktürklinke in die Hand. Im aktuellen Fall dauerte der Drehtag immerhin von 12 bis 22 Uhr. Hinzu kamen ein Tag für den Aufbau – und einen weiteren für den Abbau von Scheinwerfern, Mikrofonen, Kameras und der gesamten Aufzeichnungstechnik.

Eins hat sich mittlerweile bei den Film- und Fernsehproduzenten herumgesprochen hat: Das Elisabeth-Krankenhaus hat nicht nur genug Platz für die kompletten Crews und Geduld im Umgang mit den Handelnden – es unterstützt bei Bedarf auch großzügig mit Requisiten. Beim aktuellen Dreh für den Kinofilm „Geborgtes Weiß“ half das Krankenhauspersonal mit Verbandsmaterial, Infusionsflaschen, Impfnadeln und OP-Besteck.

Hinzu kommt die OP-Leitung Sabine Kott mit ihrem Fachwissen. Sie erläuterte dem Filmteam die korrekten Handgriffe und Abläufe einer Kaiserschnitt-Geburt. Um die Szene im OP-Saal komplett zu machen, wurde die Babywaage aus dem echten Kreißsaal den Filmset getragen und eingesetzt. So soll am Ende ein Filmdrama entstehen, das im Hohen Venn spielt und eine Patchworkfamilie in etliche (Liebes-)Wirren stürzt. Ob es am Ende ein Happy End gibt, wird jetzt noch nicht verraten.

Natürlich profitiere das Elisabeth-Krankenhaus auch von seiner Gastfreundschaft für Filmcrews. Im Abspann so manchen Beitrags wird es mit Dank für die freundliche Unterstützung genannt. Grevenbroich bekommt so einen zeitlos attraktiven Kinostar.

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