Film über das rote Licht aus den Tomaten-Gewächshäusern in Neurath

Licht aus den Tomaten-Gewächshäusern: Ein Film über das rot-leuchtende „Wunder von Neurath“

Studenten der Kölner Kunsthochschule für Medien drehen einen Spiel- und Dokumentarfilm über das rote Licht aus den Tomaten-Gewächshäusern in Neurath. Sie suchen auch noch eine Darstellerin für eine Hauptrolle und Komparsen.

Das weithin sichtbare und zunächst unerklärlich erscheinende Phänomen, das durch die Beleuchtung in den Neurather Tomatengewächshäusern verursacht wird, soll jetzt Thema und Kulisse für einen 50-minütigen Spielfilm mit Dokumentarstücken werden. Er soll den Titel tragen: „Die Nacht des bunten Himmels“. Jonathan Omer Mizrahi, ein Student der Kunsthochschule für Medien in Köln, der aus Israel stammt, dreht den Film gemeinsam mit neun weiteren Studenten auch aus der Kunstakademie Düsseldorf als Projektarbeit. Der Film, bei dem auch möglichst viele Grevenbroicher als Komparsen mitwirken sollen, ist auch zur öffentlichen Präsentation vorgesehen. Er soll voraussichtlich 2020 fertiggestellt sein und dann in der Villa Erckens gezeigt werden.

Gefördert werden die Jungfilmer, die mit einem Budget von 20.000 Euro auskommen müssen, durch das Cheers for Fears Festival, eine Sponsorenfirma aus der Energiewirtschaft und vom Kulturamt der Stadt Grevenbroich.

Der Student und Regisseur Jonathan Omer Mizrahi. Foto: Gröning

Zu besetzen ist auch noch eine weibliche Hauptrolle, für die sich Schauspielinteressentinnen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren melden können bei Sophia Grönig, der Produzentin des Films (s.groening@khm.de). Zu besetzen ist die Figur der Veronika, der Managerin des Tomaten-Gewächshauses.

Die Studenten haben teilweise in Neurath die Bevölkerung schon über den Filmdreh informiert, allzumal sie auch am 10. November ein regelrechtes Happening planen sowie zum Abschluss ein Winterfest unter Beteiligung der Bevölkerung. Dann soll jeweils das Dach des Gewächshauses geöffnet werden, um den Himmel weithin sichtbar in rotes Licht zu hüllen. Und all das soll im Film anschließend an prominenter Stelle zu sehen sein.

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Ausgangspunkt für die Filmhandlung ist die Nacht des 11. November 2015. Damals beobachteten die Bewohner von Grevenbroich ein einzigartiges Phänomen, als der schwarze Himmel für eine kurze Zeit in einem glänzenden Rosa gehüllt wurde. Unsere Zeitung berichtete exklusiv über das Lichtphämomen, das bis Venlo sichtbar war. Zunächst war ein Großbrand vermutet worden. Tatsächlich hatte aber der Besitzer der Tomaten-Gewächshäuser, Dirk Drießen, in der nächtlichen Dunkelheit eine neue Wachstumsbeleuchtung getestet. Millionen von LED-Lämpchen hatten so den Himmel im Süden der Stadt in einen roten Schein gehüllt und die Bevölkerung zunächst in ein großes Rätselraten gestürzt.

Davon erfuhr der Student Jonathan Omer Mizrahi auf ungewöhnliche Art und Weise. Er wollte nämlich einen Verwandten in Grevenbroich besuchen, als plötzlich ein Sturm über Neurath aufzog und ihn zwang, irgendwo Schutz zu suchen. Jonathan flüchtete in eine überdachte Bushaltestelle, wo auch eine alte Dame saß. Und Beide kamen ins Gespräch. Die alte Dame erzählte dem jungen Mann über das „Phänomen von Neurath“, das „Tomaten-Glühen“. Denn sie hatte es sich zu einem Hobby gemacht hatte, immer genau die Zeiten aufzuschreiben, zu denen die „Tomaten.Lampen“ den Himmel wieder erhellten.

Das machte den heute 25-Jährigen neugierig und er begann, über das „Wunder von Neurath“ zu recherchieren. Dabei stellte er bald fest, dass die „Tomaten-Lampen“ schon zu einem lokalen Mythos geworden sind, den nun die Handlung in dem Spielfilm mit Dokumentarcharakter möglichst spannend in Szene setzen soll.

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