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Grevenbroich: Feuerwehrleute erzählen von früher

Grevenbroich : Feuerwehrleute erzählen von früher

In diesem Jahr feiert der Löschzug Stadtmitte Jubiläum, wird 125 Jahre alt. Die Ehrenamtler in den Feuerwehren halfen früher oft mit einfachen Mitteln Menschen in Not. Drei alte Feuerwehrmänner erzählen von Einsätzen, zum Teil rückten sie mit der Handkarre aus.

56 Jahre hat das alte Tanklöschfahrzeug mit der langen Motorhaube auf dem Buckel. Längst ist der Oldtimer der Feuerwehr Grevenbroich im Ruhestand. Fritz Löhr (77) und seine Kameraden sind in den 50er Jahren mit ihm ausgerückt: "Außerdem hatten wir einen Schlauchwagen — aus einem früheren Militärlastwagen umgebaut. Den konnten nur drei Männer fahren", so Löhr, der seit 55 Jahren bei der Feuerwehr ist.

Bereits seit mehr als hundert Jahren bekämpfen Ehrenamtler im Stadtgebiet Brände, retten Leben. Der Löschzug Stadtmitte feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen, noch älter ist der Löschzug Wevelinghoven. Die Motivation ist in all dieser Zeit unverändert geblieben: Menschen zu helfen.

Joseph Bremer ist in diesem Jahr seit 70 Jahren Feuerwehrmitglied, er trat 1941 während des Zweiten Weltkrieges der Hemmerdener Wehr bei. "Wir sind damals mit einem zweiräderigen Karren ausgerückt, den wir selbst zogen", schildert der 85-Jährige. Einige Schläuche, Standrohr, Leiter, Brandhaken und weniges mehr waren darauf verladen. "Ich war 16 Jahre alt, zu mehreren jungen Menschen haben wir uns freiwillig als Feuerwehrleute gemeldet. Die älteren waren fast alle als Soldaten eingezogen", erinnert sich Bremer.

"Die Nationalsozialisten wollten aus uns eine Hitlerjugend-Feuerwehr machen, das haben wir abgelehnt." Brandbomben und Bauernhof-Brände waren damals zu bekämpfen. Nach dem Krieg ging Bremer selbstverständlich wieder zur Wehr, 1985 wechselte er in die Alters- und Ehrenabteilung. Ihr gehört heute auch Fritz Löhr aus Orken an. 1955 holte ihn ein Freund zur Grevenbroicher Wehr. "Das Feuerwehrhaus stand damals neben Haus Hartmann. Die Alte Feuerwache an der Schlossstraße haben wir später in vielen Stunden umgebaut", schildert Löhr und erzählt von Einsätzen. "Im Trockenwerk für die Rübenblätter in Elfgen brannte es fast jedes Jahr." Auch an Brände in der Gustorfer Mühle und der Ansteler Ziegelfabrik erinnert er sich gut. Beruflich arbeitete er beim Rettungsdienst des Kreises.

Die Unterbringung in der Alten Feuerwache kennt auch Josef Mertens (62) aus der Südstadt noch. "Es war eng, aber gemütlich." 1981 zog die Wehr in die neue Wache an der Lilienthalstraße um. Was hat sich sonst geändert? "Die Ausrüstung ist viel besser geworden — und die Bürokratie ist mehr geworden", sagt Mertens, der im Löschzug Stadtmitte ausrückte und bis vor zwei Jahren auch hauptberuflicher Feuerwehrmann war. Im April wird das Löschzug-Jubiläum mit einem Tag der Helfer begangen — und dann ist die moderne Technik zu sehen, mit der Florianer heute arbeiten.

(NGZ)