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Grevenbroich: Feuerwehr: Zweite Wache im Westen?

Grevenbroich : Feuerwehr: Zweite Wache im Westen?

In der Freizeit ist er begeisterter Kart-Fahrer. Schnell muss es oft auch im Dienst gehen, wenn Udo Lennartz mit dem Kommandowagen zu Einsätzen ausrückt. Seit Neujahr steht der 43 Jahre alte Laacher an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Grevenbroich. "Eine motivierte und gut ausgebildete Truppe", lobt Lennartz.

Er muss es wissen. Der Nachfolger von Peter Schlangen, der nach zehn Jahren an der Spitze der Wehr in den Ruhestand trat, ist seit 23 Jahren hauptamtlicher Feuerwehrmann in Grevenbroich. Er war bislang Leiter fürs Sachgebiet Technik, kennt die Wehr wie seine Westentasche. Das ist kein Nachteil, denn an Aufgaben für die Zukunft mangelt es nicht: "Wir haben viele Punkte, die im 2009 beschlossenen Brandschutzbedarfsplan aufgeführt sind, vor der Brust", erklärt der neue Feuerwehrchef.

Eine dieser Herausforderungen hat Lennartz täglich vor Augen: Die Feuerwache an der Lilienthalstraße platzt fast aus den Nähten. "Nach der Fertigstellung Anfang der 80er Jahre waren hier drei hauptamtliche Feuerwehrleute, heute sind wir 34", schildert Lennartz. In den kommenden Jahren sollen noch elf weitere hinzukommen.

Die Lösung nicht nur fürs Raumproblem könnte ein zweiter Standort für den Löschzug Stadtmitte im Westen der Stadt sein. Udo Lennartz geht zu einem Stadtplan an der Wand, verschiedenfarbige Nadeln zeigen die Wohnorte der Feuerwehrleute an. Etwa die Hälfte der Mitglieder des Löschzugs Stadtmitte wohnt westlich der Eisenbahn — etwa in Noithausen, Orken und Elsen. "Bei Alarm müssen sie quer durch die Stadt zur Wache im Industriegebiet, um die Fahrzeuge zu besetzen. Das kostet Zeit."

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Das ist nicht die einzige Standortfrage. "Viele Gerätehäuser entsprechen nicht modernen Anforderungen, vom Platz bis hin zu den Sanitäranlagen." Laut Brandschutzbedarfsplan soll die Zusammenlegung von Löschzügen an einem Standort geprüft werden — betroffen wären die Löschzüge Neurath und Frimmersdorf beziehungsweise Hülchrath und Neukirchen. Lennartz betont, dass es dabei keineswegs um Fusion geht: "Die Einheiten mit ihrer 75-jährigen oder noch längeren Geschichte sollen ihre Selbständigkeit behalten."

In modernen Feuerwehrhäusern sieht er auch einen zusätzlichen Anreiz, sich der Feuerwehr anzuschließen. Nötig ist Verstärkung allemal. Die Zahl der Aktiven liegt mit 210 deutlich unter der im Brandschutzbedarfsplan vorgesehenen Zahl von 291. Die Sicherheit in der Stadt sei gewährleistet, doch Lennartz will die schon sehr aktive Jugendfeuerwehr aufstocken und die Öffentlichkeitsarbeit verstärken. "In Ibbenbüren wirbt ein Vorfilm in den Kinos für die Feuerwehr", nennt er ein Beispiel.

(RP)