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Feuerwehr Grevenbroich: Berater empfehlen Anschaffung weiterer Drehleiter

Feuerwehr Grevenbroich : Berater empfehlen Anschaffung weiterer Drehleiter

Am Dienstag wurde der Entwurf für die Brandschutzbedarfsplanung im Feuerschutzausschuss vorgestellt. Dabei ging es um den Fuhrpark – aber nicht nur: Die Einheiten Hülchrath und Neukirchen sollen ein gemeinsames neues Gerätehaus erhalten.

Die Feuerwehr Grevenbroich braucht eine zweite Drehleiter, um auch in den Randgebieten des Stadtgebiets im Einsatzfall schnell Menschenleben retten zu können. Zu diesem Ergebnis kommen Experten, die nach Beratungen in einer Projektgruppe mit Mitgliedern von Feuerwehr und Verwaltung einen Entwurf für den neuen Brandschutzbedarfsplan erstellt haben. Der Plan-Entwurf wurde am Dienstagabend im Feuerschutzausschuss durch Simon Zens von der Viersener Gesellschaft Luelf & Rinke vorgestellt.

Demnach wird die Anschaffung eines neuen Hubrettungsfahrzeugs empfohlen, das in Frimmersdorf/Neurath stationiert werden könnte. Eine Investition in eine Drehleiter könnte mehrere Hunderttausend Euro kosten. Die Nachbarkommune Jüchen etwa hat kürzlich eine neue Drehleiter gekauft, die rund 700.000 Euro gekostet haben soll. In den nächsten Jahren müssen darüber hinaus weitere ältere Fahrzeuge der Feuerwehr Grevenbroich durch neue ersetzt werden.

Die Politiker im Feuerschutzausschuss nahmen den Entwurf für die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans um fünf Jahre erst einmal zur Kenntnis und wollen den Plan in ihren Fraktionen beraten – große Diskussionen gab es im Ausschuss nicht. Aber einige Nachfragen, unter anderem von Margot Becker (FDP). Sie wollte wissen, ob nicht auch das Hubrettungsfahrzeug der RWE-Werkfeuerwehr zu Einsätzen im Stadtgebiet ausrücken und „Amtshilfe“ leisten könnte. Wie Simon Zens erläuterte, habe man darüber nachgedacht, diesen Ansatz aufgrund mangelnder positiver Aussichten jedoch nicht weiter verfolgt. Feuerwehr-Chef Udo Lennatz erklärte, dass es sich bei der 40 Tonnen schweren und 90 Meter hohen Teleskopbühne um ein speziell für das Werk vorgesehenes Fahrzeug handele. Auch die Drehleiter der Werkfeuerwehr Hydro sei für den Brandschutz auf dem Werksgelände vorgesehen. 

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Im Ausschuss ging es auch um ein Löschfahrzeug mit extra großem Wassertank von 1995, das nun dem Plan zufolge von der Hauptwache an einen anderen Standort verlegt werden soll. Dazu erklärte Lennartz, dass das Fahrzeug einst für Brände etwa auf der Autobahn angeschafft worden sei. Seit einiger Zeit verfügten die nah an der A 46 gelegenen Einheiten Hemmerden und Kapellen jedoch über Fahrzeuge mit genügend Wasser. Es handele sich nicht mehr um ein strategisch wichtiges Erstausrückfahrzeug. Auf Anfrage des sachkundigen Bürgers Oliver Mehl (UWG) erklärte der Leiter der Feuerwehr, dass unter den Feuerwehren im gesamten Kreisgebiet die Absicht besteht, einen Container speziell zum Kühlen von brennenden Elektroautos anzuschaffen, der kreisweit zum Einsatz kommen soll.

Bei der Vorstellung des Entwurfs für den Brandschutzbedarfsplan ging es jedoch nicht nur um den Fuhrpark und die technische Ausstattung, sondern auch um die Gerätehäuser. Künftig stehen an mehreren Standorten Sanierungsarbeiten an. Gravierende Mängel bestehen an den Feuerwehrhäusern in Hülchrath und Neukirchen. Hier lautet die Empfehlung: Beide Einheiten sollen von einem gemeinsamen Standort aus agieren, ein neues Gerätehaus soll gebaut werden.