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Grevenbroich: Feuerwehr fehlt Geld für optimale Ausstattung

Grevenbroich : Feuerwehr fehlt Geld für optimale Ausstattung

Im kommenden Jahr wird der neue Brandschutzbedarfsplan erstellt. Die Stadt muss schon jetzt noch einige Millionenprojekte stemmen.

Der Anforderungskatalog dürfte im kommenden Jahr weiter steigen: 2014 wird der Brandschutzbedarfsplan fortgeschrieben. Zwar handelt es sich dabei um einen Routinevorgang. Stadtsprecher Andreas Sterken verweist darauf, dass dies alle fünf Jahre der Fall ist. Sicher ist aber: Der Brandschutzbedarfsplan macht die deutlich gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehr — und damit an die Stadt — deutlich. Die Kosten für die Wehr sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Konkrete Zahlen nennt Sterken zwar nicht. Klar ist jedoch, dass mit Blick auf das klamme Stadtsäckel nicht alle Anforderungen direkt umgesetzt werden können.

Deshalb stehen die Maßnahmen aus dem letzten Brandschutzbedarfsplan und der Ausblick auf die Zukunft jetzt schon auf dem Prüfstand. Denn der Brandschutzbedarfsplan orientiert sich an gesetzlichen Vorgaben. "Wir haben schon jetzt vieles umgesetzt", sagt Sterken. Zum Beispiel sei beim Fahrzeugbedarf bereits einiges geschehen. Zudem sei vorgeschrieben, dass die Schichtstärke in der Feuerwache bis 2015 von sieben auf neun Feuerwehrleute angehoben werde. "Das erreichen wir schon bis Mitte 2014", betont Sterken.

Ein Mammutprojekt hat die Stadt allerdings nach wie vor zu stemmen: die Sanierung und Erweiterung der Feuerwache an der Lilienthalstraße. Das mit Kosten in Höhe von 8,9 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt hatte im vergangenen Jahr für hitzige Diskussionen gesorgt. Die Mai-Sitzung des Stadtrates mit zwei geheimen Abstimmungen musste zwischenzeitlich sogar unterbrochen werden. Im Juli fasste der Rat dann einen Grundsatzbeschluss. Damit erkannte er die Notwendigkeit der Sanierung und Erweiterung der Feuerwache an. Sie soll in mehreren Abschnitten umgebaut, die erforderlichen Mittel auf die Haushaltsjahre ab 2015 verteilt werden.

Ein anderes Projekt hingegen liegt auf Eis. "Im Grunde fehlt im Westen der Stadt noch ein Gerätehaus", erklärt Sterken. Ein Bau erscheint mit Blick auf die Finanzen und die 2016 drohende Pleite der Stadt vorerst utopisch.

Ratsherr Roland Homer (CDU) hatte kürzlich zudem auf die lange Mängelliste der Unfallkasse NRW hingewiesen, die diese nach Besichtigung der Feuerwache und der neun Gerätehäuser am 19. Januar 2010 vorgelegt hatte. Dabei nahm er die Verwaltung in die Pflicht. "Es hat lange gedauert, bis die Politik erfuhr, welche Mängel vorlagen", kritisierte Homer. Die Mängelliste war in der Ratssitzung am 31. Januar noch einmal ein Thema — fast drei Jahre nach der Besichtigung durch die Unfallkasse NRW. Dabei wurde deutlich: Zwar hat die Stadt eine Vielzahl an Mängeln mittlerweile behoben, aber noch nicht alles. So müssen im Feuerwehrhaus Kapellen zum Beispiel noch Arbeiten an der Ausfahrt der Fahrzeughalle vorgenommen werden. Vieles soll zudem im Zuge des geplanten Neubaus für Frimmersdorf/Neurath erledigt werden. Die Baukosten von 2,65 Millionen Euro werden auf die Etatjahre 2013 und 2014 verteilt.

(NGZ/ac)