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Grevenbroich: Feuerwache mieten statt selbst bauen

Grevenbroich : Feuerwache mieten statt selbst bauen

Bürgermeister Klaus Krützen schlägt dem Stadtrat den Bau einer neuen Feuerwache im Rahmen eines Mietmodells vor. Dafür liegen zwei Angebote vor. Der Standort soll an der Wevelinghovener Straße am Industriegebiet Ost liegen.

In die Diskussion um die Feuerwache kommt Bewegung: Bürgermeister Klaus Krützen hat jetzt Überlegungen vorstellt, wie das Millionen-Projekt gestemmt werden kann. Sein Vorschlag: Statt des Umbaus an der Lilienthalstraße soll ein Neubau her. Den soll die Stadt nicht selbst aus Haushaltsmitteln errichten, sondern mieten. "Damit bekommen wir die benötigte Feuerwache und erhalten die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt für andere wichtige Investitionen", begründet Krützen.

Im Sommer hatte der Verwaltungschef den geplanten Um- und Ausbau der alten Wache auf Stopp gesetzt. Das rund elf Millionen Euro teure Projekt hätte den Etat auf Jahre belastet, zudem hätten Feuerwehrleute fünf Jahre mit einer Baustelle leben müssen. Kämmerin Monika Stirken-Hohmann und ihr Team suchten und verglichen andere Finanzierungsmöglichkeiten. Für das nun favorisierte Miet-Modell liegen Angebote eines Investors und der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), einer Stadttochter, vor. Stimmt der Rat zu, würde einer von beiden den Komplex errichten und der Stadt vermieten. Nach 30 Jahren könnte der Bau für einen Euro ins Eigentum der Stadt wechseln.

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Ein Knackpunkt sind natürlich die Kosten: Zahlen zur Miete nennt die Verwaltung nicht, wohl aber zum Neubau. Der sei "nach heutigem Stand" für maximal acht Millionen Euro realisierbar und die "wirtschaftlichere Lösung". Auf 50 Jahre Betriebszeit berechnet, "liegen die gesamten Kosten bei einem der Angebote auf jeden Fall niedriger als beim Umbau - um einen siebenstelligen Betrag", sagt Krützen. Beschließt der Rat am Donnerstag das Mietmodell mit Neubau, soll die Verwaltung das wirtschaftlichste Angebot auswählen.

Die als Standort vorgeschlagene Fläche an der Wevelinghovener Straße - neben dem Gut Heyderhof - liegt nicht weit von der heutigen Wache und gehört der Stadt. "Die Feuerwehr hat erklärt, dass die Lage für sie gut ist", betont Krützen. Der Zeitplan sieht vor, dass der künftige Bauherr das Grundstück erwirbt und nach den Baugenehmigungsverfahren im Sommer oder Anfang Herbst 2018 der Bau startet. Die Fertigstellung ist für Dezember 2019, der Einzug für Januar 2020 vorgesehen.

Aus der Politik gibt es erste Stellungnahmen. "Wir begrüßen, dass bei dem geplanten Mietmodell die Kosten für den Neubau unter den rund elf Millionen Euro für einen Umbau bleiben. Es verwundert aber, dass es jetzt deutlich preiswerter geht", sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Er mahnt: "Wichtig ist, dass die genannten acht Millionen Bau- und Nebenkosten zwingend eingehalten werden - und dass Stadt und Feuerwehr darauf achten, dass nur das wirklich Notwendige realisiert wird." - "Wenn ein Neubau für acht Millionen machbar ist, sollten wir das einem teureren Umbau vorziehen", sagt Holger Holzgräber (SPD). "Ein weiterer Vorteil ist, dass am neuen Standort - im Gegensatz zur heutigen Wache - auch Platz für mögliche Erweiterungen ist."

(NGZ)