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Grevenbroich: Feuer im Schuppen: 20 Tauben sterben

Grevenbroich : Feuer im Schuppen: 20 Tauben sterben

In der Nacht zu Freitag haben Brandstifter erneut in Grevenbroich zugeschlagen. Diesmal fiel ein Schuppen in Allrath den Flammen zum Opfer. Durch die große Hitze starben 20 Tauben, die in einem nebenan liegenden Schlag untergebracht waren. 40 Tiere konnte die Feuerwehr vor dem Tod retten.

Am frühen Donnerstagmorgen brannten 200 Strohballen in Barrenstein, dann schlugen Flammen aus einem Container in der Südstadt. Und in der Nacht erhellte ein Feuer den Ortsrand von Allrath. "Mir reicht es langsam", sagt Feuerwehrchef Udo Lennartz: "Drei Löscheinsätze innerhalb von 24 Stunden. Es wird Zeit, dass der Täter endlich geschnappt wird."

Schon seit März wird die Grevenbroicher Wehr von Brandstiftern in Atem gehalten. Der jüngste Fall: 33 Einsatzkräfte rückten in der Nacht zu Freitag zum "Feldtor" in Allrath aus. Dort wurde gegen 21.45 Uhr eine Laube in Brand gesetzt. "Als wir eintrafen, stand sie bereits in Flammen und war nicht mehr zu retten", so Lennartz.

Mit Strahlrohren bauten die Männer eine Wasserwand auf, um den nebenan liegenden Taubenschlag zu schützen. Dort waren schon etwa 20 Tiere durch die große Hitze (zwischen 500 und 600 Grad) verendet. 40 Vögel konnten die Kameraden vor dem Tod retten. "Wir haben sie mit mehreren Kräften schnell aus dem Schlag geholt", berichtet der Feuerwehrchef. Ein Veterinär des Rhein-Kreises untersuchte die geretteten Tauben, eine musste wegen schwerer Verletzungen vor Ort geschlachtet werden.

Bürger sorgen sich um ihre Sicherheit

Kurz nach Mitternacht war der Einsatz beendet — und viele Bewohner des Dorfs sorgen sich einmal mehr um die Sicherheit ihres Besitzes. "Angesichts der häufigen Brandstiftungen überlegen die Leute schon, eine Bürgerwehr zu gründen", sagt Désirée Schwan aus Allrath: "Vor allem auch, weil man die Polizei hier nur dann sieht, wenn sie Radarfallen aufbaut."

Diesen Eindruck hat auch Heiko Domnick, der eine Autowerkstatt in Allrath betreibt: "Außer bei Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen habe ich hier noch keine Polizisten patrouillieren sehen", sagt er.

Hans-Willi Arnold, Sprecher der Polizei, beurteilt die Lage anders: "Wir nehmen die Sorgen der Bürger sehr ernst. Dementsprechend sind wir mit zivilen und uniformierten Kräften verstärkt in Allrath und Barrenstein im Einsatz", bekräftigt er und meint: "Ich habe Verständnis dafür, dass sich die Bewohner wünschen, dass die Brandstiftungen endlich aufhören." Es sei jedoch schwierig, den oder die Täter zu ermitteln: "Wir sind auf Hinweise angewiesen." Bislang seien keine Spuren entdeckt worden, die Polizei wisse nicht einmal, mit welchen Mitteln die Brände gelegt wurden.

Schon seit März geht der Feuerteufel im Umkreis von Barrenstein um. Gewächshäuser, Reifenstapel, Schuppen, Stroh und landwirtschaftliche Hallen fielen ihm zum Opfer, der Schaden geht mittlerweile in die Millionenhöhe. Und sie kosten auch die Stadt einiges an Geld: "Die zwölf großen Einsätze haben bereits einige zehntausend Euro verschlungen", erklärt Udo Lennartz: "Es wird Zeit, dass den Tätern das Handwerk gelegt wird.

Die Kriminalpolizei hofft weiter auf Zeugenhinweise: 02131-3000.

(NZGO)