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Grevenbroich: Festnahme nach Verfolgungsjagd

Grevenbroich : Festnahme nach Verfolgungsjagd

Großeinsatz im Industriegebiet: Mit einer Wärmebildkamera spürte ein Polizeihubschrauber nachts zwei Männer in einem Getreidefeld auf. Sie werden verdächtigt, einen Einbruch in einen Baufachmarkt versucht zu haben.

Polizeiwagen aus Neuss und Dormagen preschten heran, riegelten ein Getreidefeld am Industriegebiet Ost ab. Und am nächtlichen Himmel ließ am Sonntag gegen 22.30 Uhr ein knatterndes Geräusch viele Grevenbroicher aufhorchen. Ein mit Wärmebildkamera ausgerüsteter Hubschrauber half bei einer Großaktion, als die Polizei zwei 42 und 44 Jahre alte Männer festnahm. "Die beiden, die in der Bundesrepublik keinen festen Wohnsitz haben, stehen im Verdacht, einen Einbruch geplant zu haben", erklärt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Die Kriminalpolizei ermittelt nun.

Foto: Dieter Staniek

Am Sonntagabend ging ein Alarmmelder auf dem Gelände des Baufachmarktes los. Ein Mitarbeiter eines Wachdienstes sah dunkle Gestalten auf dem Gelände. Die Polizei reagierte schnell, rückte mit Streifenwagen und einem Polizeihund an — und forderte schließlich den Hubschrauber an. Die Verdächtigen hatten sich im Getreidefeld neben dem Fachmarkt versteckt, doch auch die Dunkelheit half ihnen nichts: Die Wärmebildkamera an Bord des "Helis" spürte ihre Wärmequellen auf, lokalisierte die Männer. Die Polizei hatte das Areal weitläufig abgeriegelt und nahm die beiden fest. Zu einem Einbruch im Markt war es nicht gekommen — "zum Glück wurde nichts gestohlen", erklärt Bettina Pick von der Inhaberfamilie des Baumarkts.

Auch ein Polizeihund half bei der Suche nach den Männern, die im Getreidefeld neben dem Fachmarkt gefunden und dann festgenommen wurden. Foto: D. Staniek

An der Suche nach dem Bankräuber, der die Commerzbank-Filiale an der Karl-Oberbach-Straße überfallen hatte, war im Juni ebenfalls ein Hubschrauber mit dem Funkrufnamen "Hummel" der Polizeifliegerstaffel in NRW beteiligt. "Die Hubschrauber werden etwa bei Fahndungen nach Straftätern, bei der Suche nach Vermissten oder bei Großveranstaltungen angefordert", erläutert Thomas Levermann, Leiter der Flugeinsatzgruppe Düsseldorf.

Die Staffel ist auf dem Flughafen in Düsseldorf und in Dortmund stationiert. "Die fünf Alarmhubschrauber wurden 2011 rund 1700 Mal eingesetzt." Rund um die Uhr steht eine der "Hummeln" in Bereitschaft: "In wenigen Minuten können wir in der Luft sein", so Levermann. Die Hubschrauber mit dreiköpfiger Besatzung verfügen über Nachtsichtgerät und anderes Hightech — unter anderem eine Infrarot-Kamera, die auf Wärmequellen reagiert. "Das kann ein menschlicher Körper sein oder ein warmer Motor", sagt Levermann. An Bord sind zudem eine Videokamera und ein Suchscheinwerfer. "Der kann mit einer Filterscheibe so abgedeckt werden, dass das Licht für andere nicht sichtbar ist."

(NGZ)