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Grevenbroich: Ferienstart im Freibad mäßig

Grevenbroich : Ferienstart im Freibad mäßig

Das Freibad geht – angesichts des geplanten Schlossbad-Neubaus – in seine vermutlich letzte Saison. Zum Ferienstart blieb der große Andrang aus. Die Badegäste jedoch stellen klar: Die Stadt braucht ein Freibad.

Das Ziel ist klar: So wie im vergangenen Jahr soll die Jahresbilanz für das Freibad nicht noch einmal ausfallen. Da hatte es mit 15 500 Badegästen die schlechteste Besucherzahl seit Übernahme des Bades durch die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV) gegeben – und das, obwohl die Saison vom 30. April bis 3. September ungewöhnlich lang war. Das warme Frühjahr hatte die frühe Öffnung des Freibades ermöglicht. Jetzt geht es angesichts des geplanten Schlossbad-Neubaus in seine vermutlich letzte Saison, und da hofft die WGV auf deutlich bessere Besucherzahlen. Das erste Sommerferienwochenende hätte dabei ein gutes Signal geben können. Allein: Es wurde nichts draus.

Stippvisite am Samstagvormittag: Gerade ist ein kleines Sommergewitter über die Stadt gezogen, auf den Liegewiesen des Freibades herrscht gähnende Leere. Am Nachmittag immerhin verlieren sich wenigstens ein paar Gäste rund um den 50 Meter langen, in Adria-blau gestrichenen Pool. Urlaubsstimmung in der Heimat? Eher so etwas wie Vorsaison-Atmosphäre. Unter den wenigen Gästen sind die Zwillingsbrüder Tim und Felix (13). "Immerhin sind Rutsche und Sprungbretter nicht überfüllt", sagt Felix. Sein Bruder und er sind echte Fans des Schwimmvergnügens unter freiem Himmel. "In den Ferien kommen wir mehrmals pro Woche." Die beiden sind einig: "Grevenbroich braucht ein Freibad."

Für das neue Schlossbad ist ein Kombi-Bad mit beheiztem Außenbecken für die ganze Familie geplant. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke muss den Bau angesichts des klammen Stadtsäckel genehmigen. Fraglich ist, ob die Pläne mit Blick auf die Kosten noch einmal überarbeitet werden müssen. Zum aktuellen Stand der Planungen reagieren die Ratspolitiker quer durch die Fraktionen beinahe einheitlich – mit eisernem Schweigen.

Trotz der überschaubaren Besucherzahl geht es am ersten Ferienwochenende ausgelassen im Freibad zu. Wolfgang Matthis (61) ist mit seinem Enkel Niklas (12) dort. "In der ersten Ferienwoche haben wir die Enkelkinder bei uns, und bevor wir bloß zu Hause sitzen, machen wir lieber einen Ausflug ins Schwimmbad", sagt der Großvater. Er betont, dass das Freibad das Freizeitangebot in der Stadt enorm aufwertet. Auch junge Erwachsene finden im Schlossbad einen Ort zur Auszeit. Patta Weinthal (25) zum Beispiel zeigt seiner aus Dortmund stammenden Freundin das Schwimmbad. "Man kennt hier die Leute, der Weg ist nicht weit und so ist das Bad optimal für uns."

Die Mitarbeiter des Bades sind überzeugt: Der geringe Andrang am ersten Ferienwochenende war vor allem dem schlechten Wetter geschuldet – und der Tatsache, dass viele Bürger wohl direkt in den Urlaub gefahren seien.

(juli)