Grevenbroich: FDP: Immobilienverkauf schadet der Innenstadt

Grevenbroich : FDP: Immobilienverkauf schadet der Innenstadt

Edel-Immobilien sind wegen Zweckbindung und Denkmalschutz schwer zu veräußern. Die City verliere Attraktivität.

FDP-Chef Manfred Hermanns dürfte ein Dejá vu erlebt haben, als Landrat Hans-Jürgen Petrauschke vorschlug, städtische Immobilien zu verkaufen. "Bereits in den 80er Jahren wurde in meiner Fraktion die Veräußerung des Alten Schlosses diskutiert", erinnert sich Hermanns. Doch er fragt auch: "Wer soll eine solche Immobilie überhaupt erwerben?"

Sieben repräsentative Gebäude wie Haus Hartmann, die Versandgalle, das Auerbach-Haus oder die Villa Erckens — das kann sich die überschuldete Stadt Grevenbroich nicht mehr Leisten. Landrat Petrauschke als Finanzaufsicht hatte deshalb die Idee aufgebracht, diese Edel-Immobilien zu verkaufen — ein Vorschlag, den Ursula Kwasny von ihren Mitarbeitern zurzeit prüfen lässt. Mit großen Erfolgsaussichten rechnet man im Rathaus nicht: Denn die Gebäude seinen teilweise mit Zweckbindungen behaftet; bei einem Verkauf müsste Geld zurückgezahlt werden. Oder sie würden unter Denkmalschutz stehen.

Diese Argumente teilt auch Manfred Hermanns — und er bringt noch ein drittes hinzu: "Gebäude wie Haus Hartmann oder das Alte Schloss tragen auch zur Attraktivität der Innenstadt bei." Die guten Einkaufsmöglichkeiten in Grevenbroich, die Nähe des Landesgartenschau-Geländes zur Innenstadt— das seien auch für Besucher aus der Umgebung Anreize, Grevenbroich zu besuchen und hier einzukaufen. "Dies zeigt der hohe Wert der Einkaufszentralitätsziffer", sagt Hermanns. Durch den Verkauf von markanten Immobilien fürchtet er, "dass die Innenstadt ihre Attraktivität verlieren würde, für die Grevenbroicher und auch für Besucher". Zudem würden Veranstaltungsorte fehlen.

(NGZ)