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FDP fordert Erhalt der Realschule in Grevenbroich

Schulen in Grevenbroich : FDP fordert Erhalt der Realschule

Die Planung für die dritte Gesamtschule läuft. Im Sommer soll der Rat die Einführung beschließen – und das schrittweise Auslaufen der Realschule. Dagegen wenden sich die Liberalen: „Die FDP wird sich gegen eine Umwandlung der Diedrich-Uhlhorn-Realschule Wevelinghoven in eine dritte Gesamtschule aussprechen“, erklärt die Fraktion.

Nach den Plänen der Stadt soll die Gesamtschule 2021 in der früheren Realschule Bergheimer Straße starten und später in die Realschul-Räume am Heyerweg umziehen.

Ihre Ablehnung begründet die FDP mit mehreren Argumenten. In der Stadt gebe es samt Wirtschaftsgymnasium fünf Oberstufen (Sekundarstufen II) Schon heute hätten die Schulen Schwierigkeiten, ausreichend Schüler dafür zu finden: „Wir erkennen keinen Bedarf für eine sechste Sekundarstufe II. Diese wäre sogar kontraproduktiv, weil sie die bestehenden weiter ausdünnen würde“, erklärt FDP-Ratsherr Steffen Büttgenbach.

Die Umwandlung bringe zudem einen „immensen Investitionsaufwand“ mit sich. Bislang seien Zahlen nur „hinter verschlossenen Türen im nicht-öffentlichen Ältestenrat“ genannt worden. „Wir fordern den Bürgermeister auf, die Kosteneinschätzung so schnell wie möglich öffentlich zu machen. Die Bürger haben ein Recht zu erfahren, was sich der Bürgermeister sein neues Prestigeobjekt kosten lassen möchte“, sagt Büttgenbach. Zudem befürchtet die FDP, dass die geplante Erweiterung der Schulgebäude auf Kosten des Bolz- und Abenteuerspielplatzes am Heyerweg gehen. Die FDP fordert den Erhalt.

Einen Grund für die niedrigen Anmeldewünsche an der Realschule sehen die Liberalen im Standort: Die Schule sei per Schulbus oder ÖPNV „aus vielen Stadtteilen nur sehr schwer zu erreichen“. Die Realschule solle ins Stadtzentrum umziehen – in einen Neubau an der Bergheimer Straße oder in ertüchtigte Räume der früheren Realschule dort. Ein Umzug würde zudem die „riesige“ Verkehrsbelastung für Anwohner im Wohngebiet Heyerweg „spürbar“ lindern, meint Büttgenbach. Eine Gesamtschule dort würde eine Fast-Verdoppelung der Schülerzahl bedeuten. Hinzu würden die neue Kita sowie das Baugebiet An Mevissen kommen.

Für das Gebäude am Heyerweg schlägt Büttgenbach ein Kulturzentrum vor. Durch den Dreiklang aus Kulturzentrum, Sportstätten und Abenteuerspielplatz könne ein „hochwertiges Kultur- und Begegnungszentrum entstehen“.

Unter anderem haben sich CDU und SPD   klar für die dritte Gesamtschule ausgesprochen. „Die CDU ist für die Umwandlung“, sagt Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser, die Anmeldezahlen zeigten, dass dafür Bedarf ist. In diesem Jahr müssen die beiden Gesamtschule fast 50 Kinder ablehnen. Die Union hält zu dem eine weiterführende Schule samt Oberstufe „im nördlichen Bereich der Stadt“ für nötig. Zur Verkehrsbelastung meint Kaiser: „Gelöst werden muss die Frage des Verkehrs in Wevelinghoven, nicht die des Schulstandorts.“