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Grevenbroich: FC-Vorstände gehen von Bord

Grevenbroich : FC-Vorstände gehen von Bord

Zwei "Langgediente" verlassen den Vorstand des 1. FC Süd: Präsident Rolf Mähler (61) und Kassierer Heinz-Peter Schillings (70) treten morgen nicht mehr zur Wahl an. Beide wollen Jüngere an den Start lassen.

Rolf Mähler kann sich noch gut erinnern. Es war ein schöner Sommertag, als zwei Vorstandsmitglieder des 1. FC mit einem Kasten Bier auf seiner Terrasse auftauchten. Der Chef einer Versicherungsagentur hatte den Club bislang gesponsert und spielte Tennis in dessen Reihen. "Umso verblüffter war ich, als mir der Posten des Präsidenten angeboten wurde", erzählt der 61-Jährige. Es wurde diskutiert, eine Flasche nach der anderen geleert – und seit 1993 steht Mähler an der Spitze des Gesamtvereins. Er ist seit 18 Jahren im Amt.

Auf eine weitaus längere Zeit im FC-Präsidium kann Heinz-Peter Schillings zurückblicken: Der Kassierer bringt es auf insgesamt 52 Jahre Vorstandsarbeit. Schillings gehörte 1959 zu den Gründern des früheren BSC Barrenstein, spielte in der ersten Mannschaft und war 1977 ganz vorne dabei, als sein Verein mit den Clubs aus Barrenstein und Allrath zum großen FC Süd fusionierte. "Das war ein Meilenstein", meint der heute 70-Jährige. Seit Jahrzehnten führt der ehemalige Bankkaufmann mit großer Leidenschaft die Kasse des "Unternehmens 1. FC".

Rolf Mähler und Heinz-Peter Schillings haben den Verein maßgeblich geprägt – doch ihre Ära wird morgen enden. "Wir stellen uns nicht mehr zur Wahl", erklärt der Präsident. Und der Kassierer ergänzt: "Es sollen auch einmal Jüngere zum Zuge kommen." Beide sind sich einig: "Das wird für uns die schwerste Jahreshauptversammlung überhaupt."

Kein Wunder, denn Mähler und Schillings haben die Höhen und Tiefen des FC erlebt, haben ihn auf- und absteigen gesehen, haben Siege gefeiert und Niederlagen verschmerzt. Besonders stolz sind beide auf die große Sportanlage an der Hauptstraße, die 1991 eröffnet und vor zehn Jahren mit großen Mühen erweitert wurde. "Das ist die schönste ihrer Art in der ganzen Stadt, wenn nicht sogar im Rhein-Kreis", meint Rolf Mähler.

Die beiden "Langgedienten" werden zwar morgen das FC-Präsidium verlassen, sie wollen dem Verein jedoch weiter mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Langeweile wird bei ihnen nicht aufkommen. Rolf Mähler ist schließlich noch beruflich aktiv, treibt gerne Sport, kümmert sich um seinen Garten und organisiert für den FC einen großen Familiensporttag, der im Juli stattfinden wird: "Da gibt's genug zu tun", meint er.

Auch Schillings hat einiges vor. Im August will der passionierte Radler mit seinem Team vom Radsportclub Grevenbroich an den "Vattenfall Classics" in Hamburg teilnehmen – und das möglichst erfolgreich: "Wenn ich auf 100 Kilometer im Schnitt mit Tempo 37 fahre, habe ich gute Chancen, am Ende auf dem Siegertreppchen in der Ü70-Wertung zu stehen."

(NGZ)