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Grevenbroich: FBG fordert Transparenz bei Windradplänen

Grevenbroich : FBG fordert Transparenz bei Windradplänen

Ratsherr Thomas Bovermann kritisiert die bisherige Diskussion hinter verschlossenen Türen.

Höher als der Kölner Dom könnten neue Windräder im Stadtgebiet sein — und würden damit die Skyline gehörig verändern. Doch über weitere Vorrangflächen für die Windkraft diskutierten die Kommunalpolitiker bislang hinter verschlossenen Türen. Bei der Fraktion Freie Bürger/Die Linke stößt das auf herbe Kritik.

"So geht das nicht, die Pläne gehören offengelegt. Wir fordern eine umfassende Bürgerbeteiligung", erklärt Fraktionsvorsitzender Thomas Bovermann. Und er kündigte gestern Konsequenzen an: "Wenn es zu den geplanten Standorten diese Bürgerbeteiligung nicht gibt, werden wir im Rat weitere Windkraftanlagen ablehnen."

Kritik regte sich in den vergangenen Wochen auch in anderen Parteien. Das Essener Büro Ökoplan hatte rund ein Dutzend Flächen auf Eignung geprüft. Die Stadt untersucht jetzt weiter einige dieser Gebiete — nach NGZ-Information gehört dazu auch ein Areal östlich von Wevelinghoven. Eine Vorrangfläche dort lehnen aber CDU-Ortsverbandschef Holger Leusch und der für Wevelinghoven zuständige FDP-Ratsherr Karl-Heinz Wolf klar ab.

Laut Thomas Bovermann ist die bisherige nichtöffentliche Diskussion der falsche Weg: "Die Bürger müssen von Anfang an — etwa in Versammlungen in den Stadtteilen — beteiligt werden, um mögliche Beeinträchtigungen zu diskutieren und Standorte zu finden, mit denen alle leben können", so der FBG-Ratsherr. "Zur Diskussion gehört aber auch die Frage, ob wir überhaupt noch weitere größere Flächen für Windräder benötigen." Nach den Landesvorgaben soll Grevenbroich 3,5 Prozent seiner Fläche dafür ausweisen, 3,1 Prozent hält die Stadt bereits vor.

"Da muss man nicht hingehen, um ringsum neue Flächen für Windräder zu untersuchen", meint Bovermann. "In unserer Stadt wurden mit dem Windtestfeld und der Photovoltaikanlage bereits Pionierarbeit bei den erneuerbaren Energien geleistet — hinzu kommen die Flächen für Tagebau und Kraftwerke", betont der Frimmersdorfer.

(cso-)