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Grevenbroich: Familienwanderung auf dem Dach der Welt

Grevenbroich : Familienwanderung auf dem Dach der Welt

Vor mehr als 35 Jahren war Clemens Schelhaas (78) erstmals in Nepal. Diesmal hatte er Tochter und Enkelin mit auf dem Trek.

Clemens Schelhaas hatte mit diesem Land abgeschlossen. Weit mehr als 14 Mal hatte er Nepal besucht, eines der zugleich schönsten und ärmsten Länder der Welt, wie Schelhaas sagt. Doch mit der politischen Stabilität, kam auch der Massentourismus in das südasiatische Land. "Heute bucht man Nepalreisen wie andere Pauschal-reisen", sagt Clemens Schelhaas, ein 78-jähriger Grevenbroicher, der die Faszination des Himalaya-Gebirges einst anders, ganz abenteuerlich kennengelernt hatte. Dann aber reichte eine Frage seiner erwachsenen Tochter, um die Reiselust erneut zu wecken: "Sollen wir nicht noch einmal nach Nepal?" Und eine Zusatzfrage, die ihn das Land aus einer neuen Perspektive betrachten ließ: "Sollen wir Tashi mitnehmen?"

Tashi ist die älteste der drei Enkelinnen von Clemens Schelhaas. Der Name der 13-Jährigen ist nepalesisch und bedeutet "Glück". Das sollte auch bei der Drei-Generationen-Reise der Familie im Gepäck sein. Entschieden hatten sich die Grevenbroicher für die Reiseroute in einem Mount-Everest-Gebiet: die Region Solu Khumbu.

 Sogar eine nepalesische Mutter mit ihrem Baby traf Familie Schelhaas auf ihrer Wanderung.
Sogar eine nepalesische Mutter mit ihrem Baby traf Familie Schelhaas auf ihrer Wanderung. Foto: Clemens Schellhaas
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"Wir hatten erfahren, dass sich dort die Erdbebenschäden in Grenzen hielten", sagt Clemens Schelhaas. Zudem habe ihn beim Gedanken an den "Nepal-Neuling" Tashi die passable Infrastruktur beruhigt.

Das Trio startete seine Tour in Jiri, das knapp 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu liegt. Über die Hauptkette des Himalaya, erreichten sie das auf 2840 Meter Höhe gelegene Etappenziel Lukla. Drei junge Nepalesen hatten die Familie begleitet und das schwere Gepäck getragen. Auf dem Weg nach Namche Basar, das Schelhaas als Reiseziel ausgemacht hatte, schlief die Familie in Lodges, aß Linsen mit Reis und wanderte täglich "acht, neun Stunden, ohne Pause", sagt Schelhaas. Ein enormes Pensum - für einen 78-Jährigen, wie auch für die 13-jährige Tashi. Dabei hatte ausgerechnet die Enkelin das Tempo vorgegeben. Neun Tage später, dann war Namche Basar erreicht. Mehr als 15.000 Höhenmeter hatte die Familie überwunden. Doch es ging noch weiter. Bis ins Kloster Thame (4000 Meter) stieg sie auf und wurde herzlich empfangen. Tochter und Enkelin flogen zurück. Schelhaas blieb noch drei Wochen. Die nächste Frage hat Tashi schon gestellt: "Opa, fahren wir in zwei Jahren zum Everest-Basecamp?"

(ball)