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Grevenbroich: Falschparker müssen mehr zahlen

Grevenbroich : Falschparker müssen mehr zahlen

Auch mit Ticket könnte das Parken bald teurer werden. Die Stadt überlegt zur Erhöhung der Verwarngelder auch die Gebühren anzuheben. Ab Februar sollen die Ordnungskräfte außerdem mit Smartphones unterwegs sein.

Aus dem Knöllchen wird künftig eine teurere Knolle, aus den klobigen Mobilen Erfassungsgeräten (MDE), um sie zu verteilen, werden schicke Smartphones und zu guter Letzt könnten auch die Parktickets in Grevenbroich bald schon mehr kosten. Auf Autofahrer – und besonders auf Parksünder – kommen im neuen Jahr massive Änderungen zu.

Die weitreichendste gibt das Bundesministerium für Verkehr flächendeckend für ganz Deutschland vor: die Erhöhung der Verwarngelder. Wer künftig keine Parkscheibe, beziehungsweise wo erforderlich, kein Parkticket ins Auto legt oder die Parkzeit überzieht, zahlt pro angefangener Stunde zehn statt bisher fünf Euro. Jede weitere angefangene Stunde wird um jeweils fünf Euro teurer bis zur Maximalhöhe des Verwarngeldes von 30 Euro bei mehr als drei Stunden. Der Bund begründet die Anhebung damit, dass Parkgebühren oft nicht bezahlt würden, weil ein Strafzettel bislang mancherorts günstiger war als die Parkgebühr.

Für Grevenbroich allerdings zieht dieses Argument nicht. Stadtweit kosten derzeit zehn Minuten parken zehn Cent – ein Stundensatz von 0,60 Euro, von dem Autofahrer in Großstädten wie Düsseldorf oder Köln nur träumen können. Doch diese park-paradiesischen Zustände könnten auch für Grevenbroich zu Ende gehen. "Wir denken über eine Erhöhung nach", sagt Rita Blum vom Ordnungsamt. Das solle aber in "moderatem Rahmen" erfolgen, also etwa für die halbe Stunde statt 0,30 Euro künftig 0,50 Euro. Das wäre immerhin eine Steigerung um zwei Drittel – wenn auch auch auf sehr niedrigem Level. Beschlossen ist indes aber noch nichts: "Dazu müssen wir uns aber im neuen Jahr angesichts der derzeitigen Haushaltssituation konkret Gedanken machen", sagt Blum. Die Erhöhung der Verwarngelder – bislang liegt der Stadt dazu vom Ministerium noch kein Entwurf vor – soll zum 1. April 2013 in Kraft treten. Also wäre für die Stadt noch genug Zeit, um möglicherweise auch die Ticketpreise zum gleichen Stichtag anzuheben.

Die Verwarn- und Bußgelder fließen nicht zweckgebunden etwa in den Etat zur Straßensanierung, sondern direkt ins allgemeine Stadtsäckel von Kämmererin Monika Stirken-Hohmann. 2012 waren es bislang 14 615 Euro. Das sind 2717 Verstöße. Sollte es bei einer solchen Zahl bleiben, würde die Stadt 2013 entsprechend mehr einnehmen: 27 117 Euro. Diese Zahl erscheint Blum realistisch. "In den vergangenen zehn Jahren sind es weder mehr noch weniger Verstöße geworden", sagt die Fachfrau vom Ordnungsamt. Aus ihrer Erfahrung parkten die Autofahrer aus verschiedenen Gründen falsch: "Bei manchen ist es reine Bequemlichkeit, da sie am liebsten zum Einkauf direkt vor dem Laden parken wollen. Bei anderen liegt es auch daran, dass sie vielleicht nicht so gut zu Fuß sind. Wieder andere vergessen es hin und wieder schlichtweg", sagt Blum. Die in anderen Bereichen für Falschparker üblichen Sätze – Gehweg: 15 Euro, Gehweg mit Behinderung: 25 Euro – sollen nach derzeitigem Stand nicht angehoben werden. "Es könnte aber gut sein, dass das auch noch kommt", schätzt Blum.

Was aber definitiv kommt, ist das Smartphone für den Grevenbroicher Kontrolleur. Wenn alles optimal läuft, sollen die sechs Kontrolleure ab 1. Februar nicht mehr mit den Mobilen Erfassungsgeräten, sondern Smartphones unterwegs sein, um die Ordnungswidrigkeiten direkt per mobilem Internet an den Innendienst zu senden. "Mit den Smartphones haben die Kollegen künftig nur noch ein Gerät dabei und nicht vorher das MDE und ein Handy", sagt Blum. Auch finanziell könnte das von Vorteil sein. Die Stadt Aachen etwa spart nach eigenen Angaben durch die effektivere Abwicklung der Knöllchen 80 000 Euro pro Jahr ein.

(NGZ)