Fackelzug beim Schützenfest in Grevenbroich

Vorbereitungen für das Schützenfest in Grevenbroich : Kreative Fackelbauer schaffen sieben Werke

Stadt-Finanzen und Straßenbaubeiträge sind Themen beim Fackelzug in Grevenbroich, Bad-Maskottchen Oskar rollt als Riesen-Bär mit.

Der Fackelzug beim Grevenbroicher Schützenfest wird am Samstag 31. August, mit sehenswerten Motiven aufwarten. Das ist klar, auch wenn die Schützen noch kräftig an den Großfackeln bauen. In drei Hallen wird geklebt und bemalt. Zehn Züge präsentieren sieben illuminierte Werke. Der Bürgerschützenverein unter anderem mit König Dieter Minkenberg und Willy Helfenstein, Sachkundiger Schütze für Fackelbau, stellte die Fackeln vor. Als Verstärkung wird eine Wevelinghovener Fackel im Zug mitrollen.

Sieben Großfackeln sind beileibe keine Rekordzahl, doch es kommt auch auf die Qualität an. Da haben die Züge einiges zu bieten. Eindrucksvoll ist Riesen-Waschbär Oskar, das Schlossbad-Maskottchen ist auf einem Surfbrett unterwegs. Geschaffen wurde die sechs Meter hohe Figur vom Jägerzug „Jröne Jonge“ – alte Hasen beim Fackelbau. „Wir haben 700 Arbeitsstunden investiert“, erklärt Willi Peitz. Oskar lässt sich in die Zuschauerreihen drehen, Wellen werden mit Licht unter blauer Plane angedeutet. „Egal ob Denkmal- oder Artenschutz – das Schlossbad wird gut und gern genutzt“, spricht der Slogan Probleme beim Badbau an.

Das Schlossbad-Maskottchen Oskar der „Jröne Jonge“ kann bis zu sechs Meter hoch aufgerichtet und zu den Seiten gedreht werden. Viele Details lassen sich aber auch die anderen Züge, die Fackeln bauen, einfallen. Foto: Tinter, Anja (ati)

Mit 4,60 Metern Höhe nur wenig niedriger ist Mario im Rennwagen aus dem Computer-Spiel Mario Kart, gebaut von den „Rösige Boschte“ und „Mer stonn zesamme“. Die Figur „eignet sich für mehrere Themen, zu 95 Prozent wird es um Klimaschutz gehen“, sagt Willy Helfenstein von den „Rösige Boschte“. Mario fährt nämlich klimaneutral, wird von Hand bewegt.

Die Finanzpolitik der Stadt nimmt der Grenadierzug „Schlossjonge“ aufs Korn. Aus einer Schubkarre fallen Geldscheine ins Feuer – das wird per Nebelmaschine dargestellt –, da wird Geld verbrannt. „Die Zelte am Hagelkreuz werden beheizt und beleuchtet, obwohl darin keiner wohnt. Und auf der mit viel Geld umgebauten Bahnstraße soll die Fahrbahn wieder verbreitert werden“, erklärt Niklas Hoffmann vom Zug.

Mit der Elektromobilität befasst sich der Zug „Sankt Florian“. Sein Elektrobus muss aufladen, doch die nächste Ladestation ist viel zu weit weg. Mit Blick auf den Beruf des Schützenkönigs – Fahrlehrer – präsentiert auch die Baugemeinschaft „St. Sebastian“, „Löstige Jonge“ und „Jecke Boschte“ ein Auto. Ihr Rolls-Royce mit Zweifarben-Lackierung ist fast exakt so groß wie das Vorbild.

Der Jägerzug „Sankt Hubertus“ macht mit seiner Fackel – Schützenkönig und Karnevalsprinz an einer Spendendose – Werbung für den Verein „Brauchtum hilft“. Zwei Themen, die viele bewegen, greift der Jägerzug „Noh’besch Jonge“, ebenfalls erfahrene Fackelbauer, auf. Sie haben nach einer Fotovorlage eine blaugelbe Raupe gebaut. „Der Zünsler ist des Buchsbaums Tod, die Straßenbaugebühr bringt Bürgern Not“, heißt es dazu.

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