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Grevenbroich: Experten informieren über Herzkrankheiten

Grevenbroich : Experten informieren über Herzkrankheiten

Die Aufklärungskampagne der Deutschen Herzstiftung mit sechs Seminaren endete jetzt in Grevenbroich. Kreisweit nutzten 1550 Besucher das gemeinsame Angebot von Stiftung und NGZ.

Mit dem letzten von sechs Seminaren endeten jetzt die kreisweiten Herzwochen in Grevenbroich. Insgesamt nutzten 1550 Bürger die Angebote von November bis März. Trotz Schneeregens waren am Mittwochabend 122 Besucher der Einladung von Herzstiftung und Neuß-Grevenbroicher Zeitung in den Kreissitzungssaal gefolgt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die fünf Experten verstanden es bestens, in einer für medizinische Laien verständlichen Sprache zum Thema "Koronare Herzerkrankung erkennen und behandeln" umfassend zu informieren. Die wichtigste Botschaft: "Jeder Zehnte erkrankt im Laufe seines Lebens an einer koronaren Herzerkrankung (KHK)."

Professor Michael Haude, Leiter der Herz-Seminare im Rhein-Kreis, sprach vom "Killer Nr. eins". Das Tückische an dieser Volkskrankheit: "Die Symptome werden erst spürbar, wenn die Arterie bereits verengt ist." Dr. Johannes Wagner vom Kreiskrankenhaus Grevenbroich erklärte das so: "In den Arterien bilden sich Ablagerungen, die den Blutfluss hemmen." Auch er betonte: "Spürbar wird dies für den Betroffenen erst, wenn bereits zwei Drittel der Arterie verstopft sind." Engegefühl in der Brust, ein Schmerz, der auch in andere Körperpartien ausstrahlen kann. Luftnot bei bereits geringen Belastungen seien dann ernstzunehmende Anzeichen. Seine Botschaft: regelmäßiges Ausdauertraining — fünfmal 30 Minuten pro Woche — und kein Nikotin: "Nichtraucher können ihr Herzinfarkt-Risiko auf Anhieb halbieren." Der Kardiologe Dr. Rainer Budde warb zudem für gesunde Ernährung: "Nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz pro Tag sind erlaubt, sonst steigt Ihr Blutdruck." Während er noch die gängigen Medikamente vorstellte, sprach Dr. Hubertus Degen gezielt die interventionellen Therapien an. Im Vordergrund standen dabei die Stents, mit denen Engstellen in den Herzkranzgefäßen erweitert werden. Neu ist ein medikamentenbeschichteter Stent, der sich nach sechs bis zwölf Monaten im Körper von selbst auflöst. Der Oberarzt vom "Lukas" sprach von "einer Revolution" für die KHK-Behandlung. Degen lobte zudem die Versorgung von Infarkt-Patienten im Rhein-Kreis: Alle Rettungswagen hätten die entsprechende Technik an Bord, um Untersuchungsergebnisse per Funk über einen zentralen Server sofort an die kreisweit beteiligten Krankenhäuser zu übermitteln. Patienten mit Verdacht auf einen großen Herzinfarkt werden ins "Lukas" gebracht, wo zwei Herzkatheter-Messplätze rund um die Uhr 365 Tage im Jahr besetzt sind. Professor Markus Kamler, Herzchirurg am Herzzentrum Essen, nahm den Anwesenden die Angst vor einer möglichen Bypass-Operation: "Sie ist die Alternative zum Stent, mittlerweile für uns eine Routineangelegenheit."

Landrat Petrauschke lobte als Schirmherr den Einsatz der Experten: "Aus der bundesweiten Herzwoche ist im Kreis eine erfolgreiche Seminarreihe geworden."

(NGZ/ac)