Grevenbroich: Ex-Ratsherr erforscht Todesursache seines geheimnisumwitterten Vaters

Grevenbroich: Ex-Ratsherr erforscht Todesursache seines geheimnisumwitterten Vaters

Die Fragen nach seiner Herkunft lassen den 47-jährigen Thomas Bovermann auch nach dem Tode seines Vaters nicht ruhen, im Gegenteil: Jetzt versucht der ehemalige Grevenbroicher Ratsherr und Neubürger in Jüchen-Hochneukirch die geheimnisvollen Todesumstände seines Vaters zu klären, der sowohl für die Stasi, als auch für den Bundesnachrichtendienst gearbeitet haben soll: Bovermann schließt das auch aus der Tatsache, dass sein Vater unter sehr unterschiedlichen Identitäten geführt worden und immer wieder für längere Zeit "abgetaucht" gewesen sei.

Da Bovermann erst kürzlich den Erbschein für das Haus seines Vaters in Ostdeutschland erhalten habe, könne er auch jetzt erst nach dessen Todesursache forschen, sagt der Ex-Ratsherr und noch amtierende Vorsitzende der Freien Bürger Grevenbroich. Bereits im Februar 2010 muss Bovermanns Vater etliche Wochen nach seinem Tod in seinem Haus aufgefunden worden sein. Er habe die Ärztin, die den Tod festgestellt hatte, nach umfangreichen Recherchen finden können. Und die habe ihn mit seinen Fragen zur Todesursache an die Staatswaltschaft verwiesen: "Das hat mich stutzig gemacht", sagt Bovermann, der bisher nur erfahren konnte, dass eine Urnenbeisetzung stattgefunden hat. Wo, das sei unbekannt.

Der 47-Jährige hat deshalb jetzt die zuständige Staatsanwaltschaft in Erfurt angeschrieben sowie erneut den Bundesbeauftragten der Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Er fordert Einsicht in die Stasi-Akten, in der Hoffnung zu erfahren, welche (Doppelagenten)-Rolle sein Vater möglicherweise gespielt hat. Und von der Staatsanwaltschaft hofft er nun zu erfahren, ob sein Vater auf natürliche Weise gestorben ist, oder ob es kriminalpolizeiliche Ermittlungen gegeben hat. Denn was Thomas Bovermanns Verdacht nährt, sei das jegliche Fehlen von Aufzeichnungen zur Todesursache sowie eines Totenscheines. Er sagt: "Der Tod meines Vaters ist genauso geheimnisumwittert wie es sein Leben war."

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Schließlich hatte Bovermann erst mit 27 Jahren den Namen seines Vaters erfahren. Bis dahin hatte er seinen Ziehvater Günter Bovermann auch für seinen Erzeuger gehalten. Den im Februar 2010 verstorbenen Hans-Jochim Bartels lernte Bovermann dann erstmalig im Jahr 1997 bei einem Treffen in Heilbronn als seinen leiblichen Vater kennen. Der Kontakt blieb sporadisch, "weil mein Vater immer mal wieder verschwand", sagt Bovermann. Bei dem letzten Telefonat in der Silvesternacht auf 2010 habe sein Vater ihn aber noch zu sich eingeladen und angekündigt: "Ich muss dir eine ganz bestimmte Sache mitteilen, über die ich am Telefon nicht reden kann," erinnert sich Bovermann an die Worte seines Vaters, der immer mal Andeutungen gemacht habe, vom Hochadel abzustammen.

(NGZ)