Grevenbroich: Ex-Bürgermeister Bernrath ist tot

Grevenbroich : Ex-Bürgermeister Bernrath ist tot

Er hat die Stadt wesentlich geprägt – nun trauert Grevenbroich um einen bedeutenden Politiker: Im Alter von 83 Jahren starb Hans Gottfried Bernrath nach längerer Krankheit, er hinterlässt seine Frau Ruth und drei Söhne.

Er hat die Stadt wesentlich geprägt — nun trauert Grevenbroich um einen bedeutenden Politiker: Im Alter von 83 Jahren starb Hans Gottfried Bernrath nach längerer Krankheit, er hinterlässt seine Frau Ruth und drei Söhne.

Hans Gottfried Bernrath 1995 mit seinem Weggefährten Heiner Küpper. Foto: NGZ

Seit 16 Jahren ist der Mann mit dem Markenzeichen "HGB" nicht mehr Bürgermeister, doch sein Name ist nach wie vor ein Begriff: Sein aktives und erfülltes Leben hat viele Spuren hinterlassen, er lässt Freunde nicht nur in seiner Partei, der SPD, zurück. "Er war ein Freund — und einer der ehrlichsten Wegbegleiter, die ich gehabt habe", so Bürgermeisterin Ursula Kwasny.

Als Mensch "voller Energie und Kraft" beschreibt ihn sein Sohn Gottfried Bernrath (45). 1927 in Osterath geboren, später nach Wevelinghoven gezogen, ging Bernrath 1948 zur Post, saß am Schalter, trug Briefe aus. Das war ihm nicht genug: Er stieg auf, wurde Personalchef von 600.000 Postlern, schließlich 1995 Vorstandsvorsitzender der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, bereitete den Börsengang vor.

Da lagen 15 Jahre Arbeit als Grevenbroicher Bürgermeister (1979 — 1994) bereits hinter ihm, zuvor war er auch schon Beigeordneter in Rheydt und Vize-Bürgermeister in Wevelinghoven. "Man muss bereit sein zu führen, auch gegen Widerstände", sagte er.

Bernrath machte sich daran, der Stadt Grevenbroich ein neues Gesicht zu geben. "Er hat die kommunale Neugliederung vollzogen, wollte die Stadt aus der Stadtmitte heraus entwickeln", erklärt Heiner Küpper, der am Sonntag einen München-Aufenthalt abbrach. "Er war für mich ein väterlicher Freund", so der frühere Stadtdirektor, der mit Bernrath ein erfolgreiches Gespann bildete.

Der Bau des Montanushofs, die Gestaltung der Stadtparkinsel, der Elsbach-Tunnel fielen in Bernraths Zeit — und die Vorbereitung der Landesgartenschau 1995. Bernrath wusste seine Kontakte in Land und Bund zu nutzen. Er war Bundestagsmitglied, Vorsitzender des Innenausschusses, Präsident des Städte- und Gemeindebundes.

Bei alledem vergaß er nicht die Sorgen der "kleinen Leute". Legendär sind die mit Anliegen anderer beschriebenen Bierdeckel, die er ins Rathaus mitbrachte. Die Stadt legt Dienstag ein Kondolenzbuch im Haus Hartmann aus.

Die Trauerfeier ist am Freitag, 30. Juli, 10.30 Uhr in St. Martinus, daran schließt sich die Beisetzung auf dem Wevelinghovener Friedhof an.

(NGZ)