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Erziehermangel in Grevenbroich

Kindergärten in Grevenbroich : Stadt fordert eine Ausbildungsoffensive

Die Stadt tritt dem Eindruck entgegen, „Kommunen, so auch Grevenbroich, könnten den bundesweiten Erziehermangel mit Hilfe von unbürokratischen und kreativen Ideen lösen.

Wie lässt sich der Erzieher-Mangel in der Stadt beheben, darüber wird zurzeit diskutiert. Erster Beigeordneter Michael Heesch hatte eine Initiative des Landes gefordert, beispielsweise um Zugangsvoraussetzungen für den Erzieherberuf zu ändern. Landtagsabgeordnete Heike Troles (CDU) verwies auf Anstrengungen der schwarz-gelben Landesregierung, sieht aber auch andere am Zuge: „Hier ist die Stadt sicher auf gute und kreative Ideen angewiesen, muss aber auch den Willen und Mut zu einer unbürokratischen und vielleicht unorthodoxen Lösung beweisen“, erklärte Troles.

Das bleibt nicht unbeantwortet: Die Stadt tritt dem Eindruck entgegen, „Kommunen, so auch Grevenbroich, könnten den bundesweiten Erziehermangel mit Hilfe von ,unbürokratischen’ und ,kreativen’ Ideen lösen. Richtig ist, dass im Bericht ,Bildung in Deutschland 2018’ festgestellt wurde, dass bis 2025 583.000 neue Erzieher benötigt werden“, erklärt die Stadt. Dabei werde davon  ausgegangen, dass „nur etwas weniger als die Hälfte dieser Stellen durch neu in den Beruf eintretende Nachwuchskräfte besetzt werden kann, so dass eine Lücke von rund 300.000 Stellen weiterhin zu schließen ist.“ Die Stadt ist der Überzeugung: „Vor die Qualitätsoffensive gehört eine Ausbildungsoffensive.“ Möglichkeiten sieht sie etwa mit Hilfe einer Einschränkung des Fachkräftegebotes, einem Bildungsgang etwa zum „Erziehungsassistenten“ oder Maßnahmen, um  Seiteneinstiege zu vereinfachen.

Für all dies sei aber ein Gesamtkonzept erforderlich. „Hierfür sind alle politischen Ebenen zuständig: Bund, Land und Kommunen“, betont die Stadt, die ergänzt:  „Die Stadt nutzt alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Fachkräftegewinnung und –bindung und öffnet auch kreative und unorthodoxe Wege. Bestehende gesetzliche Vorgaben können aber nicht durch die Kommunen verändert werden.“

Auch Troles meldet sich erneut zu Wort: Das Land schaffe gerade die Voraussetzungen dafür, dass „Mitarbeiter anderer Professionen die Arbeit der Erzieher sinnvoll ergänzen können.“ Grundsätzlich bestehe bereits die gesetzliche Möglichkeit für den Einsatz von ergänzenden Fach- und Hilfskräften in Kitas. Dies sei aber nur eingeschränkt genutzt worden, weil das System der Kita-Betreuung „strukturell unterfinanziert war“, betont Troles. Mit der Reform des Kinderbildungsgesetzes „werden wir jedes Jahr 1,3 Milliarden Euro zusätzlich investieren“.