1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Erste Tagespflege für Senioren wird gebaut

Grevenbroich : Erste Tagespflege für Senioren wird gebaut

Zwei Grevenbroicher wollen in Elsen die erste Tagespflegefür Senioren in Grevenbroich eröffnen. Diese Woche startet der Bau.

Seit sechs Jahren betreiben Sandra Hutmacher (35) und Guido Schmidt (39) den "Pflegedienst mit Herz" — mit neun Mitarbeitern pflegen sie zurzeit 75 Menschen. Nun planen die beiden Neues: Auf einem Grundstück an der Straße "In der Herrschaft" in Elsen wollen sie im Herbst 2013 eine Tagespflege für bis zu 14 Senioren eröffnen — die erste in der gesamten Stadt. Außerdem sollen in dem geplanten Neubau neun schwellenfreie, seniorengerechte Wohnungen entstehen. In dieser Woche rollen die Bagger an, zunächst muss ein Wohnhaus weichen.

Oben: Sandra Hutmacher (l.) und Guido Schmidt mit Architektin Angelika Teske-Naumann stellen die Pläne für den Neubau in Elsen vor. Foto: MR/Grafik: Planwerk A

Bedarf für die Tagespflege sieht Sandra Hutmacher reichlich. "Pflegende Angehörige müssen oft 24 Stunden am Tag für den Kranken da sein. Die Belastung ist für sie enorm, so mancher wird dadurch selber krank", weiß die Elfgenerin. "Mit der Tagespflege wollen wir den Angehörigen Luft verschaffen, dass sie beispielsweise ohne Stress einkaufen oder zum Arzt gehen können — und ihren Verwandten gut aufgehoben wissen."

Auch beim Rhein-Kreis wird das geplante Angebot gern gesehen: "Damit wird endlich eine Lücke geschlossen. Bislang gibt es im Süden des Kreises — in Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen — zwar Altentagesstätten, aber noch keine Tagespflege, die auch Therapien anbietet", erklärt Marcus Mertens von der Heimaufsicht. "Dieses teilstationäre Angebot trägt dazu bei, dass Angehörige entlastet werden und dass Senioren länger zu Hause leben können. Das bedeutet auch eine Steigerung der Lebensqualität", so Mertens. Kreisweit würden bislang in Meerbusch und Neuss solche Tagespflegeeinrichtungen bestehen.

Bis zu 14 Menschen, darunter auch Demenzkranke, sollen in Elsen im 254 Quadratmeter großen Pflegebereich im Erdgeschoss montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr von Krankenpflegern betreut werden. Sie nehmen gemeinsam das Mittagessen ein, zudem sind Beschäftigungsangebote von Gymnastik über Gesellschaftsspiele bis hin zu Bastelarbeiten geplant.

Ein Garten wird ebenso zur Verfügung stehen wie ein Ruhe-, Therapie- und Behandlungsraum. "Damit sind bei uns auch vom Arzt verschriebene Therapien — etwa für die Krankengymnastik oder Logopädie — möglich, für die zu Hause vielleicht der Platz fehlt", sagt Sandra Hutmacher.

Was die Betreuung in der Tagespflege kosten wird, stehe noch nicht endgültig fest. "Bei einer bestehenden Pflegestufe tragen Pflegekassen einen Teil der Kosten", erklärt Hutmacher. Die Tagespflegeeinrichtung "rechnet mit den Pflegekassen und mit dem Rhein-Kreis Neuss ab", erläutert Marcus Mertens zum finanziellen Verfahren.

Doch bevor die ersten Gäste kommen, muss zunächst einmal der Neubau "In der Herrschaft" stehen. Bauherren sind Sandra Hutmacher und ihr Lebensgefährte Robert Bednarek (29), die Baukosten betragen rund 1,3 Millionen Euro.

In den oberen Etagen werden in Elsen neun barrierefreie Wohnungen mit ein bis drei Zimmern und einer Wohnfläche von 46 und 96 Quadratmetern errichtet. Das Haus verfügt über einen Aufzug. Die Duschen sind ebenerdig zu begehen, und die Türen sind so breit, dass auch Menschen im Rollstuhl bequem durchkommen.

Die Nachfrage ist groß. Schon bevor überhaupt der erste Stein für den Neubau gelegt wurde, erhielten die Bauherren Anfragen. "Wir haben für die Wohnungen bereits zehn Interessenten", erklärt Sandra Hutmacher erfreut. Potenzielle Bewohner sieht sie auch im näheren Umfeld in Elsen. "Viele ältere Menschen möchten gerne in ihrem Ort wohnen bleiben und für eine seniorengerechte Wohnung nicht in einen anderen Stadtteil ziehen müssen. "

(NGZ/rl)