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Grevenbroich: Erste Hochleistungssirene heult jetzt

Grevenbroich : Erste Hochleistungssirene heult jetzt

Die Stadt setzt wieder auf Altbewährtes. Am Feuerwehrgerätehaus in Frimmersdorf wurde gestern eine neue Sirene installiert, um bei Katastrophen die Bevölkerung zu warnen. Insgesamt sind im Stadtgebiet 20 solcher Anlagen nötig.

Ein ungewohntes Geräusch ließ gestern viele Frimmersdorfer und Neurather aufhorchen. Eine Sirene heulte am Mittag in den beiden Dörfern. Erinnerungen an die Zeit des Kalten Krieges wurden wach, seit rund 20 Jahren hatte es keinen Sirenen-Alarm mehr gegeben. Des Rätsels Lösung: Die Stadtverwaltung ließ gestern an einem Mast am Feuerwehrgerätehaus in Frimmersdorf in rund 20 Metern Höhe ihre erste neue Hochleistungssirene installieren - und von den Monteuren testen.

Grevenbroich kehrt damit zu einem altbekannten Warnsystem - aber mit komplett neuer Technik - zurück. Vor etwa zwei Jahrzehnten waren die alten Zivilschutz-Sirenen abgebaut worden, nun will die Verwaltung wieder ein leistungsfähiges Warnsystem im gesamten Stadtgebiet aufbauen, um im Fall von Großschadenslagen - beispielsweise bei Unwettern - , die Bevölkerung frühzeitig warnen zu können. So sollen die Bürger sensibilisiert und angehalten werden, beispielsweise das Radio einzuschalten, um weitere Informationen zu erhalten. Für eine flächendeckende Alarmierung, so hat die Verwaltung ermittelt, sind 20 Sirenen erforderlich.

Mit den pilzförmigen Sirenen vergangener Jahrzehnte hat die neue Anlage vom Typ ECN 2400 nichts mehr zu tun. Rund drei Meter groß ist das futuristisch wirkende Teil, dessen Aussehen von insgesamt 16 Schalltrichtern oder Hörnern aus einer Aluminiumlegierung geprägt werden. Jeweils acht Trichter sind nach Neurath und Frimmersdorf gerichtet. Laut der Hersteller-Firma Hörmann ist die Anlage je nach Bebauungsdichte in einem Radius von 900 bis 1800 Metern gut zu hören.

Eigentlich sollte die Sirene schon seit längerem montiert sein. "Wir hatten Kapazitätsschwierigkeiten", begründet Marco Heuer, Montageleiter der Firma. "Zurzeit bestellen viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen neue Sirenen." Zwei Tage brauchten Marcel Frey und ein Kollege, um die Technik zu installieren, zum Teil arbeiteten sie auf einem Hubsteiger in 20 Metern Höhe. "Eine Besonderheit ist, dass die Sirene hier nicht auf einen eigenen Mast gesetzt, sondern seitlich an einem vorhandenen Mast angebracht wird", erläutert Marco Heuer. Der Mast dient der Feuerwehr für die digitale Alarmierung.

In Betrieb genommen soll die Hochleistungssirene erst später, die Verwaltung will zunächst Infos auf ihrer Homepage im Internet zu den Warntönen und zum richtigen Verhalten bei Sirenenalarm veröffentlichen. Ab wann die Sirene, die von der Kreisleitstelle in Neuss in Gang gesetzt wird, genutzt wird, konnte Stadtsprecherin Ines Hammelstein gestern nicht sagen. Überlegt wird, die neue Sirenentechnik künftig auch für die Alarmierung der Feuerwehr bei größeren Einsätzen zu verwenden - zusätzlich zur "stillen" Alarmierung, jedes Feuerwehrmitglied hat dafür einen "Pieper".

Für die Finanzierung der Sirenen hat die Stadt bis 2020 jedes Jahr jeweils 27.500 Euro Im Etat eingeplant, das Land hat einen Zuschuss in Höhe von 32.500 Euro gewährt.

(NGZ)