1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Ersatzteil verzweifelt gesucht

Grevenbroich : Ersatzteil verzweifelt gesucht

Beschwerden in der Werkstatt und sogar beim Vorstandschef der Kölner Ford-Werke haben lange nichts genutzt: Seit neun Monaten können Jürgen und Bettina Meuter aus Gilverath den Kofferraum ihres Cabrios nicht öffnen.

Wenn Jürgen und Birgit Meuter mit ihrem Cabrio samstags zum Einkaufen fahren, haben sie ein Problem. Der Kofferraum ihres silbernen Flitzers lässt sich seit Monaten nicht mehr öffnen. Und dann müssen die beiden Gilverather ihre Einkaufstüten im Fußraum des Autos verstauen, denn mehr Platz gibt's in dem kleinen Zweisitzer nicht. Gerne würde das Ehepaar seinen Ford Streetka zur Reparatur in die Werkstatt bringen – doch da gibt es noch ein Problem. Das Ersatzteil lässt sich nicht auftreiben.

"Den Ärger haben wir jetzt schon seit Juni 2011", sagt Jürgen Meuter (58). Damals hatte der Mitarbeiter der Stadtverwaltung das 2005 vom Band gerollte Auto zur Inspektion gebracht. Am Tag nach dem Check stellte er jedoch fest, dass sich der Kofferraumdeckel des kleinen Wagens nicht mehr öffnen ließ. "Ich fuhr also zurück in die Werkstatt – dort wurde mir versichert, dass das Ersatzteil bestellt werde. Sobald es da sei, würde man uns verständigen", so der Gilverather.

Das Ehepaar wartete geduldig, die Wochen vergingen. "Nach zwei Monaten haben wir vorsichtig nachgefragt, wo das Ersatzteil bleibe. Wir wurden jedoch wieder vertröstet, wir sollten uns in Geduld üben", schildert Birgit Meuter (44). Gleiches habe man einen Monat später in der Kölner Ford-Zentrale geraten: "Dort hieß es, dass der Zulieferer eine ausländische Firma sei. Man habe dort schon wegen unseres Ersatzteils nachgefragt." Als im November immer noch keine Lieferung in Sicht war, platzte Jürgen Meuter der Kragen. Er schrieb an Bernhard Mattes, den Vorstandsvorsitzenden der Kölner Ford-Werke, und machte seinem Ärger Luft. Er sei es langsam leid, nur mit großen Mühen an seinen Kofferraum heranzukommen. Zwischenzeitlich hatten die Meuters nämlich herausgefunden, dass sich hinter Fahrer- und Beifahrersitz eine Klappe befindet, die zu einem Innenraum-Notschalter führt, über den sich der Kofferraum entriegeln lässt. "Das ist aber sehr aufwendig – und kann auch nicht im Sinne des Erfinders sein", meint Meuter.

Der Ford-Chef brachte offensichtlich seine Leute in Gang – denn schon kurz nach dem Eingang des Schreibens meldete sich ein Service-Spezialist bei den Meuters. Er sagte zu: Im Januar ist das Ersatzteil da. Mittlerweile hat das Ehepaar wieder an Bernhard Mattes geschrieben, "Uns wurde eine umgehende Behandlung des Problems zugesichert – stattdessen bekamen wir per Post einen Fragebogen über die Kundenzufriedenheit zugesandt." Den haben die beiden Gilverather ausgefüllt.

Das lange Warten scheint immerhin ein Ende zu finden: Auf Anfrage der NGZ teilte die Ford-Produktkommunikation gestern mit, dass die Lieferung des Ersatzteil durch den Hersteller für kommende Woche vorgesehen sei.

(NGZ)