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Grevenbroich: Erneut Gestank im Industriegebiet Ost

Grevenbroich : Erneut Gestank im Industriegebiet Ost

Seit Jahren klagen die Anrainer des Industriegebiets Ost über starke Geruchsbelästigungen. Ein Gutachten kam im Herbst zum Ergebnis, das Alu-Walzwerk von Hydro sei verantwortlich.

"Das ist völliger Blödsinn. Wir sehen doch, aus welchem Schornstein es qualmt, wenn es stinkt", sagt Claus Schäfer, Sprecher der Interessengemeinschaft Lebensqualität in Grevenbroich (IGL). Vor wenigen Tagen war der Gestank erneut unerträglich. Die Bezirksregierung wurde eingeschaltet. Das Ergebnis: Mit dem Recylingunternehmen Aleris ist jenes Unternehmen als Verursacher ausgemacht worden, das die IGL seit Beginn der Belästigung verantwortlich macht.

Doch während die Anwohner eine dreitägige Dauerwolke mit penetrantem Geruch nach Schwefel und Ruß beanstanden, kommt die Bezirksregierung nur zu einem zeitlich sehr begrenzten Ergebnis. "Die Prüfung hat ergeben, dass Aleris die Filteranlage wegen einer Betriebsstörung abgeschaltet hat. Dieses Szenario entspricht den Vorgaben", sagt eine Sprecherin der Bezirksregierung. Das Unternehmen bestätigt: "Die Filteranlage hat am Freitag, 13. Januar, um kurz nach halb neun Uhr einen Funkenflug gemeldet. Daraufhin wurden die Filter abgeschaltet", sagt Geschäftsführer Roland Leder.

Vier Minuten habe die Abschaltung gedauert, die Bezirksregierung spricht von einer Viertelstunde. Damit ist das Thema aus Sicht der Aufsichtsbehörde erledigt. Denn: "Die Lage im Industriegebiet Ost hat sich insgesamt entspannt. Die Unternehmen haben reagiert und nachgerüstet" sagt die Sprecherin der Bezirksregierung. Aleris-Geschäftsführer Leder gibt an, in einem langfristigen Projekt an der Effizienz der Filteranlagen zu arbeiten. "Dies geschieht aus Eigenantrieb und ist keine Anordnung", stellt Leder fest.

Für die IGL ist das Verhalten der Bezirksregierung nicht akzeptabel. "Wir sind sehr enttäuscht von der Aufsichtsbehörde. Die Interessen der Anwohner werden nicht berücksichtigt, die Geruchsbelästigung ist ein fortwährendes Problem", sagt Claus Schäfer. Die IGL-Forderung richtet sich auch an die Grevenbroicher Politik: "Wir brauchen ein entschlossenes Handeln."

(NGZ/rl)