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Grevenbroich: Erfthalle wird abgerissen

Grevenbroich : Erfthalle wird abgerissen

Das ist das Aus für die Erfthalle: CDU und SPD werden in der nächsten Ratssitzung den Abriss des Gebäudes fordern. Was beide Fraktionen ebenso einmütig verlangen: Zukunftsprojekte für Frimmersdorf und Neurath.

Am Donnerstag endet die Frist für die Erfthalle — und die Zeichen stehen auf Abriss. "Leider", sagt Bürgermeisterin Ursula Kwasny: "Ich habe das Gebäude drei möglichen Investoren angeboten, doch alle sagten ab." Die Sanierungskosten in Millionenhöhe hätten die potenziellen Geldgeber letztlich abgeschreckt. Die Verwaltungschefin wird dem Rat daher vorschlagen, das Gebäude dem Erdboden gleich zu machen. "Auch wenn das weh tut", meint Kwasny. Die beiden großen Fraktionen haben signalisiert, dem Vorschlag der Bürgermeisterin folgen zu wollen.

Die SPD hat bereits gestern formuliert, wie der Ratsbeschluss aussehen könnte: Die Politiker sollen sich nicht nur für den Abriss des Gebäudes entscheiden, sondern auch für den Bau eines Kirmesplatzes. Die Schützen des Bürgervereins feierten bislang in der Erfthalle, künftig sollen sie auf deren Gelände ihr Festzelt aufbauen. "Zudem muss noch in 2012 ein Dialog mit Bürgern und Vereinsmitgliedern aus Frimmersdorf und Neurath in Gang kommen", erklärt SPD-Stadtparteichef Daniel Rinkert. In dieser Runde sollen Projekte für die Entwicklung der beiden Stadtteile erarbeitet werden — etwa ein Kunstrasenplatz und ein etwa 150 Personen fassender Versammlungsraum.

Diesem Vorschlag kann sich die CDU anschließen, erklärt Fraktionsvize Edgar Uebber: "Das ist ein Weg, den wir gemeinsam gehen können — auch, was den Dialog mit den Bürgern betrifft." Die Union hatte Ende Februar beantragt, dass die Stadtverwaltung am nächsten Donnerstag ein Zukunfts-Konzept für Frimmersdorf vorlegen soll — dieses Papier könnte eine Grundlage für die künftige Diskussion bilden, meint Uebber.

Die beiden Ratsvertreter hatten sich noch am Mittwochabend mit den Vertretern der Initiative zum Erhalt der Erfthalle getroffen. Eines der Gesprächsthemen: eine mögliche Übernahme des Gebäudes durch die örtlichen Vereine. "Das ist aber nun vom Tisch", sagt Edgar Uebber: "Ich denke, dass wir uns einig sind, gemeinsam eine andere Richtung einzuschlagen."

Die SPD wird beantragen, die Kosten für den Abriss der Erfthalle und den Neubau eines Kirmesplatzes für den Haushalt 2013 beantragen. "Dann müssten wir keine für das laufende Jahr geplanten Projekte zurückstellen", argumentiert Daniel Rinkert. Anders Edgar Uebber: "Wir hätten nichts dagegen, wenn der Abriss noch in diesem Jahr erfolgen könnte", meint der CDU-Mann. Zurzeit ist noch unklar, was der Abbruch genau kosten wird — es gibt Schätzungen zwischen 300 000 und 400 000 Euro. Laut SPD wird der Neubau eines Kirmesplatzes im Stadthaushalt mit etwa 150 000 Euro zu Buche schlagen.

(NGZ)