Grevenbroich: Erfthalle: Abriss nach dem Fest

Grevenbroich : Erfthalle: Abriss nach dem Fest

Die Erfthalle wird erst nach dem Frimmersdorfer Schützenfest verschwinden, ursprünglich wollte die Stadt sie bis Anfang September abreißen. Zunächst wird das Gebäude "entkernt", am Fest sollen die Arbeiten aber ruhen.

Jahrelang kämpften Frimmersdorfer für den Erhalt der Erfthalle, diskutierten Politiker über die Zukunft der Versammlungsstätte mit erheblichen Brandschutzmängeln. Im März beschloss der Stadtrat den Abriss, doch das Gebäude bleibt den Frimmersdorfern länger erhalten als zunächst geplant. Erst Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Außenhülle der Erfthalle wird während des Frimmersdorfer Schützenfestes im September noch stehen, zunächst wird das Gebäude "entkernt". Claus Ropertz und Dirk Schwarz (v.l.) koordinieren das Projekt. Foto: M. Reuter

Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung überlegt, die Halle bis zum 7. September — rechtzeitig vor dem Frimmersdorfer Schützenfest ab dem 15. September — dem Erdboden gleich zu machen. Nun steht der Zeitplan fest, und Dezernent Claus Ropertz erklärt: "Den Abriss in der knappen Zeitspanne bis zum Schützenfest können wir nicht sicherstellen." Doch zugleich beruhigt er: "Das Fest wird nicht beeinträchtigt. Die Bauarbeiten ruhen in der Woche vor und nach dem Schützenfest." Damit wird ein Wunsch der Schützen erfüllt. Der Abriss der Außenmauern ist erst nach dem Fest des Bürgervereins Frimmersdorf geplant.

Bereits seit Monaten läuft im Rathaus das Projekt "Erfthallen-Abriss". Zunächst hatte die Verwaltung ein "Rückbau- und Entsorgungskonzept" in Auftrag gegeben, das nun vorliegt. "Außerdem mussten wir klären, welche Leitungen im Boden geändert werden müssen", erläutert Claus Ropertz. Beispielsweise läuft die Fernwärmeversorgung des Sportplatzgebäudes über das Areal.

Ende August/Anfang September startet "Phase zwei": Das Gebäude wird "entkernt": "Wir gehen ähnlich vor wie beim Gustorfer Hallenbad, brechen von innen nach außen ab", erläutert Ropertz. Da ist einiges zu bewegen: Allein 200 Tonnen Holz und die gleiche Menge Gussasphalt müssen drinnen ausgebaut werden, ebenso 120 Kubikmeter Dämmstoffe.

Beseitigt werden müssen aber auch etwa drei Tonnen asbesthaltige Materialien. "Das Asbest ist aber fest gebunden — beispielsweise in Feuerschutztüren oder vereinzelten Lüftungsrohren", erläutert Gebäudemanagementleiter Dirk Schwarz zum Gefahrstoff. Asbestfasern würden nicht frei. "Eine Gefahr für Anwohner besteht nicht, da wir eine ordnungsgemäße Entsorgung sicherstellen", so Schwarz. Nach der "Entkernung" reißen die Bagger in der letzten Abrissphase die Gebäudehülle ab: Rund 2200 Tonnen Bauschutt müssen abgefahren werden. Die Verwaltung hofft, die Abrisskosten unter 300 000 Euro zu halten.

Danach wird das Gelände als Schützenplatz neu gestaltet. "Unser Wunsch ist, den Platz beim Frühlingsfest im kommenden Jahr nutzen zu können", erklärt Hubert Geritan, Vorsitzender des Bürgervereins Frimmersdorf. Schließlich ist 2013 für den Verein ein sehr wichtiges Jahr. Er feiert dann sein 100-jähriges Bestehen.

(NGZ/rl)
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