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Grevenbroich: Erfolg für "Roberta"-Mädchen

Grevenbroich : Erfolg für "Roberta"-Mädchen

Sie nennen sich Discoschnecken. Doch statt heißer Rhythmen konstruieren die sieben Fünftklässlerinnen in der "Roberta"-AG Roboter. Damit belegten die Pascal-Gymnasiastinnen den dritten Platz beim Landes-Wettbewerb.

Eine Schnecke angraben — das will Horst. Erst eine Blume, dann ein Tanz unter der Discokugel. Horst braucht Helfer auf seinem langsamen Weg ins Liebesglück: die sieben "Discoschnecken" aus der "Roberta"-Arbeitsgemeinschaft und ihre Lehrerin Stefanie Theilmann (43). Ohne die Pascal-Gymnasiastinnen gäbe es Horst gar nicht: Er ist ein kleiner Computer, besteht aus vielen Einzelteilen, mit Ultraschall, Lichtsensoren und niedlicher Schneckenverkleidung. Sein Liebeswerben um Nina brachte den Fünftklässlerinnen jetzt den dritten Platz im Wettbewerb "Zukunft durch Innovation" (zdi) des NRW-Wissenschaftsministeriums.

"Gemeinsam etwas erreichen"

Bei Mädchen das Interesse an Naturwissenschaften und Informatik wecken — das ist das Ziel des Projekts "Roberta". Das Pascal-Gymnasium ist seit 2010 einer der fünf Stützpunkte in NRW, Mathe- und Physiklehrerin Stefanie Theilmann hat eine spezielle Ausbildung als Roberta-Lehrerin für die Klassen 5 und 6. Mädchen wie die erfolgreichen Discoschnecken lernen spielerisch den Umgang mit Robotern. Wirklich vermisst werden Jungen nicht: "Die haben ihre eigene AG", meint Jaimy Lee.

Dass die Sieben- und Achtjährigen jetzt so erfolgreich sind, damit haben sie gar nicht gerechnet. "Beim ersten Durchlauf ist alles schief gegangen, was nur schiefgehen konnte", erzählt Annita (7). Horst verlor seine Blume, beide Schnecken tanzten aneinander vorbei — kein Happy End für den verliebten Roboter, kein Erfolg für die Discoschnecken. "Doch der zweite Durchlauf war perfekt, so dass wir noch den dritten Platz im Finale erreicht haben", sagt die Lehrerin. Für die Nachwuchs-Konstrukteurinnen durchaus eine Herausforderung: "Dann muss man zusammenhalten. Gemeinsam kann man etwas erreichen, man darf nur nicht aufgeben", sind sich Maren und die anderen einig.

Denn dafür haben sie zu viel Arbeit in den Liebestanz von Horst um Nina gesteckt. Mehr als ein halbes Jahr haben sie für den Wettbewerb gearbeitet. Zunächst dachten sie sich eine Story aus, deren Hauptfiguren sie mit den Roboter-Selbstbaukästen umsetzten, Rollfeld mit Discokugel inklusive. Eine Choreographie musste erarbeitet werden, immer wieder testeten sie den Laufweg. Zu ihrem Beitrag gehörte auch eine Powerpoint-Präsentation — dafür entwarf Ronja eigene Discoschnecken-T-Shirts.

Kann es jetzt, nach dem Liebesglück für die beiden Roboter-Schnecken, noch eine Steigerung geben? Vielleicht: "Beim nächsten Jahr machen wir wieder mit", sagen die Discoschnecken.

(NGZ/rl)