Erasmus-Gymnasium Grevenbroich unterrichtet bereits ab Klasse 5 Informatik

Nachwuchsförderung am Computer in Grevenbroich: Modellversuch „Informatik“ bringt schon Fünftklässler an Computer

Früh übt sich, was ein Meister werden will. Darauf setzt das Erasmus-Gymnasium. In einem Pilotprojekt wird Informatik jetzt bereits in der 5. Klasse unterrichtet. 40 Kinder nehmen teil.

Mint-Fächer gelten als Grundlage für beste Berufschancen. Sie zu erlernen, braucht es kein Genie, sondern Fleiß., Gleiches gilt für das Fach Informatik. Seit drei Wochen wird es am Erasmus-Gymnasium angeboten - für die jüngsten Schüler ab Klasse 5.

„Es gibt inzwischen nahezu keinen Beruf, der ohne Informatik auskommt“, ist sich Anne Schüller sicher. Die promovierte Informatik- und Mathelehrerin fand es „zu spät, dieses Fach erst ab Jahrgangsstufe acht“, wie bislang als Wahlpflichtfach, anzubieten. Deshalb bewarb sich das Gymnasium auf Initiative Schüllers bei einem von der Bezirksregierung Düsseldorf ausgeschriebenen Pilotprojekt, nämlich das Fach Informatik an den Gymnasien zu stärken und mögliche Unterstufeninhalte zu erproben.

Das Projekt wird nun von ihr betreut. „Es geht nicht darum, Computerkompetenz bei Anwendungen wie Excel oder Word zu erwerben.“ Beständige informatische Grundlagen stehen im Vordergrund. „Der Schwerpunkt liegt auf Algorithmen und Programmierkonzepten. Die Resonanz auf das jetzt gestartete Angebot war „enorm“, sagt die Lehrerin über die 40 Kinder, die in Lerngruppen aufgeteilt mitmachen. Es ist ein Quantensprung im Unterrichtsangebot, sind sich alle Erasmusler einig. „Mir gefällt das hier“, freut sich Hayrunisa. „Sonst habe ich den Computer bloß zum Spielen genutzt.“ Ebenso wie Oubaida (beide zehn Jahre) macht sie „gerne mit. Nützliche Dateien zu bearbeiten und zu nutzen“ gefällt beiden.

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Und auch der Schüler Ole, ebenfalls aus der 5c, benennt als Lieblingsfächer zwar Biologie und Sport, hat aber eine „starke Affinität zum Computer und möchte „etwas Nützliches“ lernen. „Deshalb ist es super, jetzt Informatikunterricht zu haben.“ Emsig und fröhlich arbeiten die Kinder Themen ab. Auf dem Plan stehen nach einer Kurzeinführung in Rechnernetze Lehrinhalte wie Kodierung, Anwendung, Formulieren und Testen von Algorithmen sowie deren grafische Darstellung. Weiter gehen soll es im zweiten Halbjahr mit der Programmiersprache „Logo“. „Sie ist leicht zu erlernen“, findet Anne Schüller.

Unterrichtsmaterialien, die für so junge Schüler geeignet sind, gibt es bislang wenig. „Deshalb stehe ich mit den anderen Kollegen aus der Bezirksregierung in regelmäßigem Austausch“, beschreibt Anne Schüller, wie Lehrinhalte, Erfahrungswerte und konkrete Vorgehensweisen für nachfolgende Schüler ausgetauscht und modifiziert werden.

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