1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Erasmus-Gymnasium Grevenbroich​: Schüler stellen Kunst in der City aus​

Erasmus-Gymnasium Grevenbroich : Schüler stellen ihre Kunst in der City aus

Im Café Kultus und im Familienbüro sind die Werke dreier Erasmus-Gymnasiasten zu sehen. Die Aktion Kunstschaufenster gibt den jungen Talenten eine Plattform. Was genau sie ausstellen.

Auch junge Leute können Kunst. Das beweisen drei Nachwuchs-Talente aus der neunten und elften Jahrgangsstufe des Grevenbroicher Erasmus-Gymnasiums: Jakob Bizer, Ella Fechtel und Emily Geisler stellen ihre Werke zur Aktion „Kunstschaufenster“ jetzt im Jugendcafé Kultus am Markt und im städtischen Familienbüro an der Breite Straße aus. Die Aktion – initiiert von der Händlergemeinschaft „Grevenbroich handelt“ und der Südstädterin Ulrike Oberbach – bietet den jungen Künstlern eine Plattform, um auf die Werke aufmerksam zu machen. 

Für alle drei ist es die erste Möglichkeit, ihre Kunst einem breiten Publikum zu präsentieren. „Vermittler“ im Hintergrund ist Kunstlehrer Erasmus Scheuer, der mit Vornamen zufällig so heißt wie die Schule, an der er Kunst, Philosophie, Deutsch und Mediales Gestalten unterrichtet. „Als Kunstlehrer finde ich es super, wenn das Engagement der Schüler über die Schule hinausgeht und die Werke dann auch außerhalb unserer Räume zu sehen sind“, sagt der promovierte Geisteswissenschaftler.

  • Das neu gestaltete Franziskus-Denkmal am Fasanenweg.
    Der „Franziskus“ vom Fasanenweg : Heiligen-Denkmal in Grevenbroich von Stadtbetrieben neu gestaltet
  • Werner Franzen (r.) von der Künstler-Galerie
    Kultur in Grevenbroich : Künstler verleihen „Appelkitsch“ an Musiker
  • Nach Attacken : Geldautomat bei Edeka in Grevenbroich wird geschlossen

Scheuer lobt den Einsatz der drei Schüler, denn: Sie haben sich mit den Werken, die jetzt öffentlich zu sehen sind, größtenteils in ihrer Freizeit beschäftigt. So auch Emily Geisler. Die 14-Jährige aus Wevelinghoven stellt zurzeit vier Bilder auf Leinwand im Familienbüro aus. Dabei handelt es sich um abstrakte Werke, die waagerechte und senkrechte Linien zeigen und größtenteils mit Acrylfarben entstanden sind. Auch eine Art Tupf-Technik kommt bei ihr zum Einsatz. Die Kunst ist Geislers Leidenschaft – bemerkenswert ist ihre Sammlung, die nicht weniger als 25 Bilder umfasst.

 Eine der Malereien von Emily Geisler, deren abstrakte Werke beispielsweise aus Linien bestehen.
Eine der Malereien von Emily Geisler, deren abstrakte Werke beispielsweise aus Linien bestehen. Foto: Geisler

Malereien sind auch im Café Kultus am Markt zu sehen: sechs Stück von Ella Fechtel (17) aus Neukirchen. „Das sind Malereien auf Papier“, erklärt die Gymnasiastin: Abstrakte, bunte Bilder sollen es sein – eben Eyecatcher. „Ich male fast jeden Tag zu Hause“, sagt die Schülerin, die mit Acryl- und Wasserfarben arbeitet. Eines ihrer Werke zeigt eine Collage aus Schnipseln, die wiederum beim Zerschneiden anderer eigener Kunstwerke entstanden ist – in jedem Fall ein Hingucker.

 Ella Fechter arbeitet gern mit knalligen Farben.
Ella Fechter arbeitet gern mit knalligen Farben. Foto: Fechtel

Ein Hingucker ist auch das Kunstwerk, das der 16-jährige Jakob Bizer aus Kapellen im Café Kultus ausstellt: Es zeigt einen bunt besprühten „Kopf“ aus Styropor, der auf einem Stativ befestigt ist und eine Gasmaske trägt. „Ich habe Anfang des Jahres meine Facharbeit in Kunst geschrieben und mich dafür auch mit Masken beschäftigt“, sagt Bizer, der für dieses Kunstwerk eine Gasmaske gewählt hat – ein altes Modell mit runden Fenstern auf Augenhöhe, dem etwas Gruseliges anhaftet. „Diese Maske habe ich vor einiger Zeit auf dem Trödel gefunden“, erklärt der Schüler, der mit dem Kunstwerk den Kontrast zwischen Vielfalt (dafür steht der bunte „Kopf“) und Tristesse (ausgelöst durch die grau-grüne Gummimaske) verdeutlichen möchte.

 Jakob Bizer zeigt den bunten „Kopf“ mit Gasmaske.
Jakob Bizer zeigt den bunten „Kopf“ mit Gasmaske. Foto: Bizer

Konkret denkt Bizer an Kriege „und alles, was die Fröhlichkeit nimmt“. Durch die Maske werden die Emotionen des Trägers für andere nur noch zu einer Ahnung – das Gummiteil verdeckt zu viel. Die Skulptur passe gut in die Ausstellung, sagt Kunstlehrer Erasmus Scheuer, der sich freut, wenn Schüler für Ausstellungen angefragt werden – „auch wenn so etwas natürlich viel Organisationsarbeit erfordert“.

Bei der derzeit laufenden Aktion Kunstschaufenster in Grevenbroich handelt es sich bereits um die zweite Auflage. An der Aktion, die Mitte Juni begann, sind mehr als 30 Künstler und Geschäftsleute beteiligt.