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Grevenbroich: Endspurt für U 3-Ausbau in den Kindergärten

Grevenbroich : Endspurt für U 3-Ausbau in den Kindergärten

Morgen zieht die "Zaubermühle" von Pari Sozial in die alte Hauptschule in Gindorf um. Der U3-Ausbau der Stadt geht in drei Stadtteilen weiter.

Mehrere Jungen und Mädchen stürzten sich auf die Kugelbahn an der Wand, andere probierten neugierig das alte Klavier im Flur aus. Einige Kinder der Kita "Zaubermühle" konnten sich bereits ein Bild von ihrem neuen Domizil machen. Morgen zieht der Kindergarten von Pari Sozial, einer Gesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, in seine neuen Räume in der früheren Hauptschule an der Turmstraße. Ein weiteres Projekt auf der langen U3-Ausbau-Liste ist damit vollendet. 16 statt bislang zehn Unter-Dreijährige können nun betreut werden.

Die Stadt setzt zum Endspurt an: Am 1. August — dann haben Eltern Anspruch auf Betreuung ihrer Kinder unter drei Jahren — stehen für 29 Prozent der Kleinkinder Plätze bereit. "Fürs nächste Kita-Jahr konnten wir alle bisherigen Anfragen für eine Betreuung berücksichtigen", betont Paul Janus vom Fachbereich Jugend der Stadt. Die vom Land gesetzte 32-Prozent-Marke — 426 U3-Plätze — wird aber erst 2014 erreicht.

Bis dahin bleibt viel zu tun, drei Projekte allein in städtischen Gebäuden stehen an: Zurzeit läuft der Umbau eines Hauses an der Poststraße in Wevelinghoven, um Platz für zwei zusätzliche Gruppen der Kita "Wirbelwind" zu schaffen. Im Frühsommer startet der Neubau der 2,4 Millionen Euro teuren Kita an der Hünseler Straße in Gustorf. Die "Villa Kunterbunt" soll dort im Frühjahr 2014 einziehen, drei integrative Gruppen aus Frimmersdorf im Sommer 2014. In der Tagesstätte in Frimmersdorf rücken die Handwerker noch dieses Jahr an, um weitere U3-Plätze zu schaffen.

Ein Grund für den Umzug der Gindorfer "Zaubermühle": Am bisherigen Standort an der Mühlenstraße wäre für die größere Zahl von Kleinkindern kein Platz gewesen. "Zunächst hatten wir einige Schwierigkeiten beim Umzugsgedanken, das bisherige Haus ist urig und gemütlich", berichtet Kita-Leiterin Angelika Scherer. "Jetzt aber freuen wir uns sehr. Die neuen Räume sind groß, hoch und hell." Auch Bürgermeisterin Ursula Kwasny war nach einem Rundgang erfreut über das "tolle Ergebnis".

Keine leichte Aufgabe lag vor Architektin Jutta Quasten-Mundt: "Schule und Kindergarten haben ganz andere räumliche Anforderungen", erläutert Günter Quasten von der Werkgemeinschaft Quasten-Mundt. An die frühere Aufgabe des städtischen Gebäudes erinnert fast nichts mehr. Die grün, gelb und orangefarben gestrichenen Gruppenräume verfügen über Nebenraum und Sanitärbereich. Dirk Schwarz, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt, weist auf ein Detail hin: Geschickt wurde eine zweite Spielebene in die früheren Klassenräume integriert. Und im Innenhof entstand ein Spielparadies mit Rutsche und Kriechtunnel auf Rollrasen. Das Außengelände muss noch gestaltet werden. 750 000 Euro kostet der Umbau — "ein Neubau wäre doppelt so teuer", so Schwarz.

Nun werden an der Turmstraße die Umzugskartons ausgepackt. Dabei dürften bei Kita-Mitarbeiterin Nejla Aydin-Ugur Erinnerungen wachwerden. "Dort bin ich früher zur Schule gegangen", sagt sie. In ihrem einstigen Klassenraum ist künftig die Gruppe, die sie betreut.

(NGZ)