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Grevenbroich: Endlich ein Supermarkt für Alt-Kapellen

Grevenbroich : Endlich ein Supermarkt für Alt-Kapellen

Ein Herzenswunsch vieler Kapellener geht in Erfüllung: Im 2009 geschlossenen Supermarkt an der Stadionstraße kehrt neues Leben ein, im Oktober will Netto eröffnen. Vor allem Senioren vermissen einen Markt im alten Teil des Ortes.

Die Klagen rissen nicht ab: Seit über drei Jahren fordern Kapellener, dass der alte Teil des Ortes wieder einen Supermarkt erhält, Unterschriften wurden gesammelt. 2009 war der Rewe-Markt von der Stadionstraße ins Neubaugebiet gezogen. Für viele Senioren, etwa mit Rollator, ist das ein weiter und beschwerlicher Weg. Nun steht fest: In den leer stehenden Komplex kehrt wieder Leben ein. Im Oktober will der Lebensmitteldiscounter Netto dort eröffnen, die Mietverträge sind unterzeichnet. Nach Ostern beginnt der Umbau, das Gebäude wird zudem erweitert.

Kaum ein lokales Thema hatte die Kapellener so bewegt: "Bei fast jedem Termin im Ort wurde ich gefragt, wann hier wieder ein Geschäft öffnet", erklärt Ursula Kwasny. Bürgermeisterin, Stadtverwaltung und Eigentümerin Marie-Cäcil Dahlmann führen seit Jahren Gespräche und Verhandlungen. Neben Netto interessierten sich Aldi, Penny, Norma und andere für das Areal. "Wir haben eine gute Lösung gefunden — auch für den Ort", so Dahlmann, die aus Kapellen stammt und sich für die Vermietung statt für den Verkauf des Areals entschieden hat.

Sebastian Mauß, Gebietsleiter der Firma Netto, sieht im Ort genügend Nachfrage für einen zweiten Markt. "Wir haben 3500 Produkte im Sortiment und können die komplette Nahversorgung leisten. Schwerpunkte sind etwa Gemüse und Obst, Fleisch und Backwaren." Bevor aber Regale gefüllt werden, wird das Gebäude erst komplett umgebaut — die Fassade erhält viel Glas. "Der Verkaufsraum wird um die bisherige Lagerfläche auf rund 900 Quadratmeter erweitert", erläutert Peter Kosubek, Geschäftsführer des Kölner Ingenieurbüros GHK.

Das neue Lager wird in Richtung des Feuerwehrhauses angebaut. Mit "ein bis drei Lkw-Anlieferungen täglich" auf der geplanten Tieframpe rechnet Sebastian Mauß. Im vorhandenen Anbau zur Talstraße entsteht ein Bäckerei-Shop mit Café. "Der Markt soll auch ein Ort zum Treffen und Klönen sein", so Ratsherr Roland Homer von der CDU, die sich ebenfalls für die "Wiederbelebung" stark gemacht hatte. "Viele Ältere möchten nicht bis zum Neubaugebiet zum Einkaufen laufen, zudem ist die Eisenbahn für viele eine Trennlinie", weiß Homer

Ursula Kwasny freut sich, dass "nun ein Angebot für die Bürger vor Ort gesichert ist." Gerade mit Blick auf die wachsende Zahl alter Menschen sei eine solche Nahversorgung wichtig — nicht nur in Kapellen. "Laut Einzelhandelsgutachten gibt es auch in Allrath/Barrenstein Nachfrage für einen Markt, allerdings fehlt ein Investor", so Kwasny.

Bei einem Antrag für eine Demografie-Kommission hatte SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand betont, dass der Supermarkt vor Ort sowie Liefer und-Serviceangebote wichtig seien, damit Senioren nicht aus den Dörfern abwandern.

(NGZ/rl)