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Grevenbroich: Ende für Einbahnstraßen-Test

Grevenbroich : Ende für Einbahnstraßen-Test

Die Einbahnstraße auf der Friedrichstraße wird aufgehoben. Das beschloss der Bauausschuss, der die Regelung zur Probe eingeführt hatte. Die Kapellener CDU-Vorsitzende Maria Becker ist enttäuscht – auch von Parteikollegen.

Die Einbahnstraße auf der Friedrichstraße wird aufgehoben. Das beschloss der Bauausschuss, der die Regelung zur Probe eingeführt hatte. Die Kapellener CDU-Vorsitzende Maria Becker ist enttäuscht — auch von Parteikollegen.

Ein einjähriges Experiment wird beendet: Der Bauausschuss beschloss, die Einbahnstraßen-Regelung auf dem südlichen Teil der Friedrichstraße zwischen Hemmerdener Weg und Am Tolles wieder aufzuheben.

Wenn die Stadt die Schilder geändert hat, kann die Straße wieder in beiden Richtungen befahren werden. Doch nicht alle sind mit diesem Beschluss glücklich. "Wir sind verärgert, dass die Entscheidung ohne vorhergehende Diskussion mit den Bürgern gefallen ist", erklärte Maria Becker, Vorsitzende der Kapellener CDU.

Die hatte sich nämlich 2011 für die Einbahnstraße stark gemacht: Die Autos würden auf der engen Straße auch angesichts der parkenden Wagen kaum aneinander vorbeikommen. Es gehe dort chaotisch zu, die Situation sei für Fußgänger gefährlich, lauteten die Argumente. Die Lösung: Die Friedrichstraße wurde auf dem südlichen Abschnitt in Richtung Ortsmitte gesperrt, der Verkehr in dieser Richtung nimmt nun den Weg über den Bahnübergang Zweifaltern, Rübenstraße und Bahnübergang Mergendahl. Beim Ortstermin damals gab's auch viele kritische Stimmen — etwa wegen dieses Umwegs für Anwohner.

Nun stand die Entscheidung an, wie es nach der Probezeit weitergeht. Die Verwaltung sieht durch die Einbahnstraße keine entscheidende Verbesserung der Sicherheit. Viele Fahrer seien entgegen der Fahrtrichtung auf die Straße abgebogen. Zudem wies Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann "auf verärgerte Stimmen" hin, die "eine unsinnige und gefährliche Verkehrsregelung" beklagt hätten. Das ließ der Kapellener CDU-Ratsherr Ralf Cremers so nicht stehen: "Wir kennen viele, die die heutige Regelung begrüßen. Es ist nur fair, vor einer Entscheidung die Bürger zu beteiligen und die Anwohner zu befragen", so Cremers. Angelika Teske-Naumann (UWG) befürwortete ebenfalls eine Befragung.

Doch dazu kommt es nicht: Die Ausschussmehrheit folgte mit sieben Stimmen und bei fünf Enthaltungen — auch aus der CDU — der Verwaltungsempfehlung. Lediglich Cremers votierte dagegen. "Ich bin enttäuscht, dass wir keine Unterstützung aus dem Ausschuss, auch aus der eigenen Partei, erhalten haben", erklärte die Kapellener CDU-Vorsitzende Maria Becker nach der Sitzung: "Wir werden im Vorstand beraten, wie wir weiter vorgehen."

Die Diskussion im Ausschuss verfolgten mehrere Anwohner der Straße. Josef Krüppel (66) befürwortet die Einbahnstraße. "Sie hat mehr Lebensqualität gebracht. Den kurzen Umweg über den Mergendahl nehmen wir gern in Kauf." Auch Martina Mann (48) meint: Es ist viel ruhiger bei uns geworden." Hubert Gerards (56) begrüßt dagegen die Aufhebung der Einbahnstraße: Er sieht Gefahren beim Umweg über zwei Bahnübergänge.

(NGZ)