Kindertagesstätte an der Schillerstraße: Ende des Provisoriums in Sicht

Kindertagesstätte an der Schillerstraße : Ende des Provisoriums in Sicht

Von Julia Nakötter

Von Julia Nakötter

Im August ziehen die 125 Sonnenblumenkinder aus Orken in den Neubau der Kindertagesstätte an der Schillerstraße um. Nach dem Brand und dem Wiederaufbau werden an zwei Tagen Kisten und Mobilar umgeräumt. Das Ende des Provisoriums Alte Schule Noithausen ist in Sicht. Der neue Orkener Kindergarten nimmt Gestalt an: Pünktlich zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 22. August soll das Gebäude übergeben werden. 125 Kinder können dann in ihr "Sonnenblumenhaus" einziehen. NGZ-Foto: H. Jazyk

Das neue Namensschild der Kindertagesstätte ist schon außen angebracht, die Heizung und Fenster sind eingebaut, alle Böden verlegt: Pünktlich am ersten Tag des neuen Kindergartenjahres - am 22. August - sollen die Kinder und Erzieherinnen in das neue "Sonneblumenhaus" umziehen können. "Und die Arbeiten liegen in den letzten Zügen", berichtet Architekt Heinz Berger. An zwei Tagen räumen Bärbel Hintzen, Leiterin der Kindertagesstätte, und ihr Betreuerteam die Kisten aus dem Provisorium an der Fröbelstraße in die neue Einrichtung.

Im Januar 2004 brannte das "Sonnenblumenhaus" vollständig aus, auch das Mobiliar und das Spielzeug fielen den Flammen zum Opfer. Kinder und Erzieherinnen fanden abschließend in der Alten Schule Noithausen ein vorübergehendes Domizil, eine Gruppe musste ins Kinderheim Elsen ausweichen. Im Herbst begann schließlich der Wiederaufbau des Kindergartens (die NGZ berichtete). "In den kommenden Tagen wird noch eine Küche in Orken eingebaut", berichtet Planer Heinz Berger. In den Sanitärräumen der Einrichtung fehlen derzeit noch die Waschbecken und Toiletten.

Der neue Komplex des "Sonnenblumenhauses" mit insgesamt fünf Gruppen entspricht fast der ehemaligen Raumgestaltung. Allzu sehr umgewöhnen müssen sich die Jungen und Mädchen daher nicht. "Die Bodenplatte des 30 Jahre alten Vorgänger-Gebäudes an der Schillerstraße ist erhalten geblieben.

Die Überreste der Wände wurden abgebrochen", so der Architekt vom Grevenbroicher Büro Quasten und Berger. Dennoch wird der Kindergarten schöner als vorher: "Jede Gruppe ist in einer anderen Farbe gestrichen, in Anlehnung an den jeweiligen Namen. Neben Orange, Grün, Blau und Lila erstrahlt zudem die Außenfassade des Sonnenblumenhauses in einem satten Gelbton", erklärt Berger.

In einigen Punkten aber wurden die Baupläne geändert. Statt eines Flachdachs wurde ein Pultdach errichtet. Das frühere separate Nebengebäude, in dem vor dem Brand die mittlerweile aufgelöste Hortgruppe untergebracht war, ist nun mit einem Flur in den Komplex integriert. Dort ist inzwischen eine fünfte Gruppe entstanden. "Während der gesamten Bauphase haben wir uns an den recht engen Kostenrahmen gehalten, den uns die Versicherung vorgibt", so der Planer. Die Kosten für das neue Gebäude mit einer Fläche von 772 Quadratmetern belaufen sich auf knapp 969 000 Euro.

"Außerdem können die Erzieherinnen ab August einen Mehrzweckraum nutzen. Dort können sich die Kinder zurück ziehen, Logopäden ihre Therapiestunden abhalten oder auch künftig eine kleine altersgemischte Gruppe untergebracht werden", weiß Heinz Berger.

Damit sich auch die Kleinsten, Kinder im Alter zwischen drei Monaten und drei Jahren, wohlfühlen können, wurden bereits ein Wickeltisch und mehrere Schlafmöglichkeiten integriert. Nach dem Brand in Orken setzte 2004 eine Welle der Hilfsbereitschaft für das "Sonnenblumenhaus" ein. Stühle, Tische und Spiele wurden unteren anderem gespendet, um den Kindergarten wieder notdürftig auszustatten.

INFO: Alte Schule Mit dem Auszug der Kindergartenkinder wird die Begegnungsstätte "Alte Schule" in Noithausen wieder frei. Nach (nicht offiziell bestätigten) Informationen der NGZ steht dieses Haus auch auf der Liste der Unterkünfte, die - im Fall einer Schließung der Kapellener Nato-Kaserne - für die Unterbringung der dort lebenden 111 Bewohner in Frage kommen.

(NGZ)
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