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Grevenbroich: Elterninitiative plant Waldkindergarten

Grevenbroich : Elterninitiative plant Waldkindergarten

Ein neuer Verein setzt sich für den Aufbau des ersten Waldkindergartens in Grevenbroich ein. Nach Plänen der Eltern soll der Betrieb im August nächsten Jahres aufgenommen werden. Die Stadtverwaltung prüft zurzeit den Bedarf.

Eine Elterninitiative möchte den ersten Waldkindergarten in Grevenbroich realisieren. Der soll im August 2015 seine Arbeit aufnehmen - zunächst mit 20 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren, die von Erzieherinnen in der freien Natur betreut werden. Bei jedem Wetter - egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint. Das Projekt wurde bereits Bürgermeisterin Ursula Kwasny vorgestellt, die ihre Unterstützung zugesagt hat.

Ideengeberin für die Initiative war Birgit Pydde, die ihren Sohn für den Waldkindergarten in Rosellen anmelden wollte. "Leider ging das nicht, da diese Einrichtung nur von Neusser Kindern besucht werden kann", schildert die 36 Jahre alte Mutter. Aufgeben wollte Pydde danach jedoch nicht - im Gegenteil: Gemeinsam mit Dorothee Gassen (62) und Susan Sosinka (32) beschloss sie, ihr eigenes Projekt aus der Taufe zu heben. Im Februar wurde eine Elterninitiative gegründet, die sich nun für den Aufbau eines Waldkindergartens einsetzt. "Damit wollen wir die Stadt Grevenbroich ein wenig attraktiver gestalten und ein alternatives Angebot schaffen", sagt Dorothee Gassen.

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Anders als eine Kita, bietet ein Waldkindergarten meistens kein festes Gebäude - oftmals reichen nur eine Schutzhütte oder ein Bauwagen aus. "Das ist der Anlaufpunkt für die Kinder. Von dort aus ziehen sie morgens mit den Erzieherinnen in den Wald, um mehrere Stunden draußen zu verbringen und die Natur zu entdecken", erklärt Susan Sosinka. Ihr "Spielzeug" finden die kleinen Besucher in der Regel vor Ort. Stöcke, Stämme, Blätter, Erde oder Matsch sollen die Fantasie und das Einfühlungsvermögen wecken.

Der Verein "Elterninitiative Waldkindergarten Grevenbroich", möchte die Einrichtung in Eigenregie übernehmen. "Dafür müssen wir als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt werden", erklärt Dorothee Gassen. Nach einem ersten Gespräch mit der Bürgermeisterin und Vertretern des Jugendamtes überprüft die Stadt zurzeit, ob es Bedarf gibt. "In etwa zwei bis vier Wochen kann mit einem Ergebnis gerechnet werden", kündigt Rathaussprecher Andreas Sterken an. Läuft alles gut, muss ein Antrag für den Betrieb eines Waldkindergartens beim Landschaftsverband gestellt werden.

Zusätzlich zum Kindergartenbeitrag, den Eltern an die Stadt zahlen, möchte der Verein einen monatlichen Betrag von etwa 20 Euro erheben. "Damit deckt er als Träger den Teil der Betriebskosten, der nicht von der Stadt refinanziert wird", betont Gassen. Voraussetzung für die Aufnahme eines Kindes ist die Mitgliedschaft eines Elternteils im Verein, die monatlich fünf Euro kostet. "Um optimal arbeiten zu können, werden aber auch auf Spenden angewiesen sein", so Gassen.

Zurzeit sucht der Verein einen Standort für den künftigen Waldkindergarten. Ins Auge gefasst wurde der ehemalige Sportplatz auf dem Welchenberg in Neuenhausen, aber auch ein Platz in der Nähe des Tiergeheges könnte möglich sein. In den nächsten Tagen wird die Initiative eine Homepage freischalten, auf der sie umfassend über ihr Projekt informiert. Die Adresse gibt es schon: www.waldkindergarten-grevenbroich.de.

(NGZ)