Grevenbroich: Elternbeirat für die ganze Stadt

Grevenbroich : Elternbeirat für die ganze Stadt

Im Bernardussaal wurde jetzt der Jugendamtselternbeirat gegründet. Das Gremium mit Vertretern der Tagesstätten in der Stadt soll Bindeglied zwischen Eltern und Kita-Trägern sein. Vorsitzender ist Kay Bolle aus Kapellen.

Ein neues Gremium gibt's in Grevenbroich: Im Bernardussaal wurde der Jugendamtselternbeirat aus der Taufe gehoben. Der soll künftig bei allen Fragen mitwirken, die die 30 Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet betreffen. Er hat ein Anhörungs-, aber kein Mitentscheidungsrecht.

Der Anstoß zur Gründung kam von außen: Das geänderte Kinderbildungsgesetz (KiBiZ) sieht das Gremium als Möglichkeit vor. Damit solle die "Elternmitwirkung und Transparenz der Arbeit der Kindertageseinrichtungen erhöht und das Vertrauen der Eltern gestärkt werden", heißt es in einem Papier der kommunalen Spitzenverbände.

Der Beirat vertritt Eltern-Interessen nicht nur gegenüber dem Jugendamt, sondern auch gegenüber allen Trägern wie Kirchen, Verbänden und Elterninitiativen. Themen können die Kita-Bedarfsplanung ebenso sein wie Elternbeiträge oder fachliche Projekte. An der Konstituierung des Beirats müssen sich mindestens 15 Prozent der Kita-Elternbeiräte beteiligen. "In Grevenbroich hatten sich 16 der 30 Beiräte gemeldet.

Das Interesse ist groß", erklärt Jugendfachbereichsleiterin Birgit Schikora erfreut. Sie steht dem Gremium sehr positiv gegenüber: "Für mich ist der Beirat eine gute Möglichkeit, Kontakt zu Eltern zu bekommen, ihre Interessen zu erfahren." Deren Stimme sei wichtig: "Wir nehmen zunehmend jüngere Kinder auf. Außerdem sind die Jungen und Mädchen oft länger in der Einrichtung. Tagesstätten, Stadt und Eltern müssen eng kooperieren", sagt Schikora.

Auch personelle Entscheidungen wurden getroffen. Als Vorsitzenden wählten die Vertreter der Elternbeiräte Kay Bolle. Der 33-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Kapellen, wurde von der städtischen Kita "Pusteblume" in den Beirat entsandt. "Jeder will das Beste für sein Kind. Hier besteht die Möglichkeit, für alle etwas zu verbessern", sagt er zu seiner Motivation. "Der Beirat ist ein Bindeglied zwischen Stadt und Eltern — und ein Sprachrohr für die Elternschaft."

Stellvertretende Vorsitzende ist Katja Dekker. Die verheiratete 37-Jährige hat zwei Kinder, ihr Sohn besucht den Katholischen Kindergarten in Hemmerden. Nun geht's an die Arbeit. "Eine Aufgabe des für ein Jahr gewählten Beirates wird es sein, die Geschäftsordnung festzulegen", so Schikora.

Auch die Themen müssen besprochen werden. "Wir wollen uns zusammensetzen und erörtern, welche Probleme es in den Kindergärten gibt — wo wir ansetzen", erklärt Katja Dekker "Es ist aber auch interessant zu sehen, welche Angebote es in den Tagesstätten gibt, welche Ideen andere übernehmen können."

(NGZ)
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