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Grevenbroich: Eltern wollen Gesamtschule

Grevenbroich : Eltern wollen Gesamtschule

Das Ergebnis der Elternumfrage: Die Gesamtschule ist Favorit, die Sekundarschule abgeschlagen. Bis Dezember muss die Verwaltung alles für die neue Schule geplant haben. Sie soll alle angemeldeten Kinder aufnehmen können.

Die Weichen für eine zweite Gesamtschule stellen, sukzessive die Katholische Hauptschule (KHS) und die Realschule Bergheimer Straße auflösen: Diese Empfehlung gaben gestern Abend einstimmig die Mitglieder des Schulausschusses. Heute Abend muss der Stadtrat abstimmen — ob auch hier Einmütigkeit erreicht wird, ist eine spannende Frage. Irmintrud Berger (CDU) und Uwe Schmitz (FDP) erkannten den Elternwillen an, auch wenn sie die Sekundarschule favorisiert hätten. "Ein guter Tag für Grevenbroich", so Bürgermeisterin Ursula Kwasny.

Im Juni sollten Eltern von Zweit- und Drittklässlern aus Grevenbroich und Rommerskirchen erklären, an welcher Schulform sie ihr Kind anmelden würden. Das Ergebnis ist aus zwei Gründen interessant. Zum einen zeigt es, was die Eltern von einer Schulform längeren gemeinsamen Lernens (Sekundar- oder Gesamtschule) halten: Eine Gesamtschule wird bevorzugt.

"Ein guter Tag für Grevenbroich"

Zum anderen kann aus dem Ergebnis interpretiert werden, welche Rolle die übrigen Schulformen wie Gymnasium, Haupt- und Realschule spielen. "Eindeutig ist die Ablehnung der Hauptschule", so Gutachter Wolfgang Richter; lediglich 28 Eltern würden ihr Kind dort anmelden. Für Bezirksregierung und Stadtverwaltung wäre die Aufgabe der Katholischen Hauptschule (KHS) eine Folge. Dieses "Aus" überrascht Schulleiter Heinz-Gerd Schmitz nicht: "Ich habe das erwartet." Was er bedauert: "In einer Sekundarschule hätte die KHS aufgehen können." Er hofft jetzt, dass die zweite Gesamtschule diese Werteorientierung bieten wird.

Klarer Spitzenreiter in der Gunst der Eltern bleiben die Gymnasien. "Ihre Rolle ist unangefochten", so Heinz Gniosko. Eltern könnten künftig wählen, ob ihre Kinder das Abitur nach acht Jahren am Gymnasium ablegen oder nach neun Jahren an einer der beiden Gesamtschulen — oder einen Beruf wählen.

Wie die zweite Gesamtschule aussehen wird, wo unterrichtet wird — das werden jetzt die externen Berater um Dr. Detlef Garbe prüfen. Sie unterstützen die Stadt beim "anlassbezogene Schulentwicklungsplan". "Dieser ist unverzichtbar, um die neue Schule beantragen zu können", erklärt Erster Beigeordneter Michael Heesch. Deadline für den Antrag bei der Bezirksregierung ist Dezember 2012.

Laut Fragebogen gibt es für das Schuljahr 2013/14 400 Gesamtschul-Interessenten: "Die zweite Gesamtschule wird zunächst groß genug sein, um dort angemeldete Kinder aufzunehmen", so Gniosko. Wegen sinkender Schülerzahlen werde das System auf lange Sicht schrumpfen: "Wichtig ist eine langfristige, stabile Entscheidung für die Grevenbroicher Kinder."

(NGZ)