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Grevenbroich: Eltern wegen schweren Missbrauchs vor Gericht

Grevenbroich : Eltern wegen schweren Missbrauchs vor Gericht

Ein Fall von sexuellem Missbrauch beschäftigt seit gestern das Landgericht Mönchengladbach. Angeklagt ist ein Ehepaar aus Grevenbroich.

Milan S. (Namen alle geändert) soll die drei Kinder aus einer früheren Ehe seiner Frau Petra monatelang missbraucht und zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Seine Frau ist ebenfalls angeklagt, weil sie die Taten zum Teil mit angesehen haben und auch aktiv beteiligt gewesen sein soll.

Während Milan S. bislang die Tatvorwürfe vehement bestritten hatte, legte seine Frau gestern zumindest ein Teilgeständnis ab. So räumte die 36-Jährige ein, dass die Kinder zeitweise beim Sex der Eltern zusehen mussten. "Ich wollte das nicht", so Petra S.: "Er hat aber darauf bestanden. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgegangen ist."

Den Großteil der Fälle von sexuellem Missbrauch allerdings hatte die Mutter der Kinder nach eigenen Angaben nicht mitbekommen. So soll der 44-Jährige unter anderem zwei Mädchen der Frau aus früherer Ehe zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben, als die Mutter hochschwanger im Krankenhaus lag. Weitere Taten sollen sich während einer Urlaubsreise ereignet haben. Insgesamt geht es um 17 Fälle, die Vorwürfe sind immens.

Milan S. wollte sich gestern zum Prozessauftakt nur zu seinem Lebenslauf äußern. Er stammt aus Serbien, in der Vergangenheit hatte seine Familie unter anderem auch in Österreich und Italien gelebt. Im Jahr 2008 hatte er Petra S. in Grevenbroich kennengelernt. Zwischen beiden Eheleuten ist das Tischtuch inzwischen völlig zerschnitten. Die Stiefmutter von Petra S. hatte als Oma der Kinder Anzeige bei der Polizei erstattet.

Petra S. hat sich inzwischen von dem Mann getrennt. Ihre drei Kinder aus erster Ehe leben bei den Großeltern, die drei gemeinsamen Kinder aus der Ehe mit Milan S. sind in Pflegefamilien untergebracht. Nach Angaben der 36-Jährigen musste auch sie in der Ehe immer wieder Schläge und Misshandlung ertragen. Ihr Noch-Ehemann will davon nichts wissen. "Ich habe meine Frau nicht geschlagen", erklärte der Tischler, der seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft sitzt.

Sollte der 44-Jährige vor Gericht überführt werden, muss er mit einer langjährigen Haftstrafe rechnen. Bis zu zehn Jahre Gefängnis sind möglich, der Mann ist bereits vorbestraft. Insgesamt hat das Landgericht für den Prozess vier Verhandlungstage angesetzt.

(mape)