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Grevenbroich: Eltern vom Lerchenweg fordern einen Spielplatz

Grevenbroich : Eltern vom Lerchenweg fordern einen Spielplatz

Im Neubaugebiet am Lerchenweg wohnen zahlreiche Kinder, doch ein Spielplatz mit vielen Geräten fehlt dort. Die Stadt sucht eine Lösung.

Lena (5) und Lia (3) wünschen sich eine Schaukel, der sechsjährige Nico eine Rutsche mit Tunnel. Doch einen öffentlichen Spielplatz mit solchen Spielgeräten gibt's im ganzen Viertel im Norden von Wevelinghoven nicht. Eltern machen sich für eine Verbesserung stark. "Viele wünschen sich einen Spielplatz für Kinder.

Hier am Lerchenweg und in den umliegenden Straßen leben mindestens 40 Kinder, aber sie haben draußen fast keine Spielmöglichkeiten", erklärt Daniela Freisinger (29), Mutter von zwei Kindern "Sie können eigentlich nur auf der Straße spielen, doch das ist gefährlich, weil viele Autofahrer zu schnell sind. Der nächste Platz, den wir nutzen können, ist am Heyerweg neben der Realschule — rund 2,5 Kilometer entfernt."

Vor Jahren bereits habe sie sich an die Stadt gewandt, "doch eine Antwort habe ich nicht erhalten", berichtet Daniela Freisinger, die mit ihrer Forderung nicht allein steht: "Kapellen hat einen neuen schönen Spielplatz, Neukirchen auch — doch bei uns gibt es keinen. Das ist ungerecht", sagt Christine Christöpfler (32). Sabrina Willkomm (28) setzt sich mit ihren Kindern ins Auto, "um zum Platz in Kapellen zu fahren". Und ihr Mann Stefan Willkomm (30) gibt zu bedenken: "Die Stadt Grevenbroich will doch Familien mit Kindern fördern. Dann sollte sie aber nicht nur an Neubaugebiete denken, sondern auch an die bestehenden Siedlungen."

Bis vor einigen Jahren bestand wenige Meter hinter dem Lerchenweg ein schöner Spielplatz mit einer großen Wiese und vielen Schatten spendenden Bäumen. Doch der wurde geschlossen — zwei marode Bänke sind übrig geblieben, auf einem Schild untersagt "der Bürgermeister" Zelten und Fußballspielen auf dem Grün.

Dieser Platz könnte aus Sicht der Eltern neu bestückt werden. "Wir wollen nichts Besonderes, nur einige schöne Spielgeräte", sagt Christöpfler. Und Freisinger ergänzt: "Viele Eltern sind auch bereit, sich bei der Pflege zu engagieren."

Im Rathaus wird nach einer Lösung gesucht. "Das Viertel benötigt auf jeden Fall einen Spielplatz", betont Wolfgang Hufendiek vom Fachbereich Jugend. In früheren Jahrzehnten gab es am Lerchenweg so gar zwei Spielanlagen, die beide auf privatem Grund errichtet worden seien. "In den 70er Jahren übernahm die Stadt die Unterhaltung der Plätze", so Hufendiek.

Die Anlage auf der Wiese sei später aufgegeben worden, "weil mehrere Spielgeräte defekt waren und wir einen Spielplatz im Viertel für ausreichend hielten", so Hufendiek. Die andere Spielmöglichkeit, neben Hochhäusern am Lerchenweg, existiert heute noch. Doch mehr als eine Sandfläche, drei Wipptiere und eine Tischtennisplatte wird fürs Kinderspiel dort nicht geboten.

Die Nothaushaltskommune hat laut Hufendiek für zusätzliche Spielgeräte kein Geld. Wie geht's weiter? "Wir werden die Vereinbarungen mit den Eigentümern aus den 70er Jahren daraufhin prüfen, wer für die Spielplatz-Ausstattung zuständig ist. Und wir wollen die Eigentümergemeinschaften fragen, ob sie den Platz neu mit Geräten bestücken", kündigt er an. Bei der HSB Immobilienmanagament GmbH, die einen Teil der Hochhäuser am Lerchenweg verwaltet, wurde auf Anfrage der NGZ Gesprächsbereitschaft signalisiert — die Verwaltung dort werde mit der Eigentümergemeinschaft über das Thema sprechen, heißt es in Kaarst.

(NGZ)