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Grevenbroich: Eltern: Schulweg nicht sicher

Grevenbroich : Eltern: Schulweg nicht sicher

Mehr Sicherheit auf dem Wevelinghovener Marktplatz fordern Eltern von Kindern der Gebrüder-Grimm-Schule. Den von der Stadt empfohlenen Schulweg mit Umwegen lehnen sie ab. Heute gibt's dazu ein Gespräch mit der Stadt.

Wevelinghoven Ein Auto nach dem anderen rollt vorbei, Malin (9), Svenja (8) und Katharina (9) warten am Fahrbahnrand auf eine Lücke. Schnell wird klar: Der Marktplatz ist nach der Umgestaltung kein Ort für Kinder ohne Begleitung. Darüber sind sich Eltern und Stadtverwaltung einig. Über die Konsequenzen jedoch gibt's unterschiedliche Meinungen. "Wir fordern eine sichere Gestaltung des Platzes", sagt Monika Schulte, Vorsitzende der Schulpflegschaft der Gebrüder-Grimm-Schule. Die Mädchen und ihre Mütter — die natürlich beim Ortstermin dabei waren — veranschaulichten jetzt die Probleme.

Die Geschäfte in den neuen Marktplatz-Arkaden sind gut besucht, auf dem Parkplatz herrscht reges Treiben. Schon während der Umbauarbeiten hatte die Schule das Tor am Marktplatz, einer von drei Schuleingängen, zur Sicherheit schließen lassen. Der Bauausschuss beschloss im Herbst einen geänderten Schulwegeplan. Kinder etwa aus dem Bereich nördlich der Poststraße sollen den Marktplatz meiden, stattdessen entlang der Poststraße und Von-Heinsberg-Straße zum Eingang dort laufen.

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"Das ist doch realitätsfern. Viele Schüler haben so einen rund 300 Meter längeren Schulweg, weil sie erst einen Umweg zur Ampel am alten Rathaus machen müssen", so Schulte, die generell kritisiert: "So ist der Schulwegplan mit den Eltern nicht besprochen worden." Und Ute Hilscher von der Schulpflegschaft meint: "Die Stadt darf sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen, nicht einfach den Schulweg über den Marktplatz aufgeben."

Die Schulpflegschaft sieht weitere Gefahren. Ein Teil der Schüler soll am Rand des Platzes entlang der Oststraße durch die Allee zum Eingang dort gehen, dabei die Zu- und Ausfahrt am Platz queren. "Dort gab's schon brenzlige Situationen", sagt auch stellvertretende Schulleiterin Agathe Schreyer. "Es muss etwas passieren, bevor es zum Unfall kommt."

Was passieren muss, das soll heute am Runden Tisch erörtert werden. Die Schulpflegschaft hat Verwaltung, Polizei und Fraktionen eingeladen, macht Vorschläge: Die Kinder sollen wieder über den Marktplatz und am Rand des Einkaufszentrums zum bislang geschlossenen Eingang laufen. "Zuvor muss der Platz sicherer werden. Wir schlagen an der Straße ,Marktplatz' in Höhe des Geschäfts Mr. Baker einen Fußgängerüberweg vor, etwa einen Zebrastreifen mit Aufpflasterung", so Schulte.

Verkehrsingenieurin Ursula Hauguth von der Stadt sieht das anders: "Mit der Verkehrssituation auf dem Marktplatz kommt ein Kind im Grundschulalter nicht zurecht. Diesen Weg kann ich nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Die Sicherheit sollte vorgehen."

(RP)